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„Sobald Sie weg sind, hört Ihr Kind auf zu weinen,“ und weitere Missverständnisse rund um das Verhalten von Kindern – Kindergarten Teil I – Die Bringsituation

Viel Unsicherheit besteht bei Eltern rund um das Thema Kindergarten und KiTa, also rund um das Thema: Betreuung außerhalb der Familie. Leider ist es nicht immer leicht, festzustellen, ob das Kind sich in der Einrichtung wohl fühlt oder nicht. Es gibt viele Missverständnisse rund um das Verhalten von Kindern während der Bringsituation, so dass Eltern nicht selten verunsichert werden.

Keine Angst vor Tränen

Es gibt weniges, was so schwer auszuhalten ist wie die Tränen der eigenen Kinder. Schließlich wollen wir sie glücklich sehen. Es soll ihnen gutgehen, sie sollen Spaß haben und gesund sein. Unsere Kinder zufrieden, fröhlich und ausgelassen zu sehen lässt unser Herz überlaufen vor Glück. Aber was, wenn unser Kind unzufrieden ist? Was macht das mit Eltern?

Hochsensibel, gefühlsstark, überreizt – Na was hatte sie denn?

Na was war denn los? Mein Kind ist hochsensibel! Wieso hat sie das denn gemacht? Sie war doch kurz vorher noch so gut gelaunt? Das geht so aber nicht. Sie tanzt einem ja auf der Nase herum. So ein Theater! Das sind Sätze, die ich nicht selten zu hören bekomme. Dass Kinder einfach verschieden sind, wird oft nicht verstanden und gesehen. Dabei ist das Verhalten für mich so normal. Ich kenne es gar nicht anders und wahrscheinlich kommt diese Veranlagung von meiner Seite. Für mich sind alle anderen anders. Sowieso, wer hat denn festgelegt, was “normal” sensibel ist und was hochsensibel? Für mich sind alle anderen niedrigsensibel oder unsensibel. Ist doch blöd, das so zu verlgeichen und gleich ein Problem daraus zu machen. Ich kann doch einfach registrieren, dass jeder Mensch Dinge anders wahrnimmt und eben dadurch andere Umgebungen benötigt. Da muss ich kein Label draufkleben. Für mich ist es normal, alles um mich herum sehr intensiv wahrzunehmen. Bis vor kurzem wusste ich gar nicht, dass andere Menschen anders wahrnehmen.

Lasst euch eure Familienzeit nicht stehlen! Sie verschwindet – ganz unauffällig

Sonntag ist Familientag bei uns. In meiner Kindheit war der Sonntag der Tag für die Familie. Wir aßen bei Oma oder Oma bei uns. Es gab echtes Essen. Es kam aus mehr als nur einem Kochtopf und wir saßen alle zusammen am Tisch. Oma wusste genau, was wir mochten und umsorgte uns. Es rief niemand an und wir gingen nicht einfach zu den Nachbarskindern. An allen anderen Tagen gingen wir bei den Nachbarn ein und aus, ohne lästige Verabredungen. Der Sonntag war ein geschützter Tag. Ein Tag, den die Familien zusammen verbrachten.

Selbstbestimmtes Anziehen – ja oder nein?

In letzter Zeit vermehren sich die Fragen in Eltern-Gruppen zu dem Thema Anziehen. Die einen berichten, wie wunderbar ihr 2-jähriges Kind selbst bestimmen kann, was es anzieht und was nicht. Andere wiederum berichten, dass ihr 4-Jähriger wohl barfuß und mit T-Shirt im Schnee herumlaufen würde, wenn man ihn ließe. So unterschiedlich sind unsere Kinder. Und so unterschiedlich ist die Antwort auf die Frage: „Soll sich mein Kind selbstbestimmt anziehen dürfen?“

Mein Kind hat Angst vorm Zahnarzt und was bei uns Wunder bewirkte

Geht dein Kind genauso gerne zum Zahnarzt wie meins? Mein Kind hat Angst vorm Zahnarzt. Meine Tochter hat einfach mal zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr den Mund ganz fest verschlossen gehalten. Es war nichts zu machen. Der Zahnarzt konnte nicht mal einen kurzen Blick erhaschen. Es half weder ein lustiges Handpuppenspiel noch die versprochene Belohnung danach.

Wieso es keine willensstarken Klein- und Vorschulkinder gibt

Hast du auch so ein willensstarkes Kind? Hörst du auch oft den Satz: „Er weiß schon genau, was er will!“ Mein Kind ist so stur – höre ich immer wieder. Auf die Gefahr hin, dass Menschen mit sogenannten willensstarken Kindern sich nun auf die Füße getreten fühlen: für mich gibt es keine willensstarken Klein- und Vorschulkinder. Kann es gar nicht geben.

Wenn die anstrengenden Tage kein Ende nehmen…hochsensibel, gefühlsstark oder was auch immer!

Oft bin ich abends zu fertig um noch etwas anderes zu machen, als mich von irgendetwas Sinnlosem berieseln zu lassen. Alle guten Vorsätze, die Vorfreude auf meine ein, zwei Stunden für mich am Abend sind plötzlich wie weggeblasen. Ich mag sie nicht, diese kurzen, kalten, dunklen Tage. All diese tollen Ideen zu den Dingen, die man im Winter mit Kindern drinnen machen kann. Ja, das mag mit manchen Kindern gehen, es gibt aber eben Kinder, die viel Freilauf benötigen um überhaupt mal zur Ruhe kommen zu können. Und so hangele ich mich von Tag zu Tag, zerbreche mir den Kopf darüber, wie ich den Tag entspannt gestalten kann und warte darauf, dass die Abende wieder länger hell bleiben.

An die müde Mama mit dem herausfordernden Kleinkind

An die müde Mama mit dem herausfordernden Kleinkind. Wir haben die ersten Jahre fast täglich auf dem Spielplatz bei uns um die Ecke verbracht. Schnell kannte ich jede Mama da und auch jedes Kind. Man kommt ins Gespräch, bzw. ins Spiel, wenn man tagein tagaus am selben Ort ist. Es hat sich eine Gemeinschaft gebildet, in die auch größere Kinder integriert sind. Vor ein paar Tagen fiel es mir zum ersten Mal auf. Das Bild auf dem Spielplatz hat sich komplett gewandelt. Plötzlich ist meine Tochter nicht mehr die Kleine, nein sie ist die Große! Und die Schulkinder, die letztes Jahr noch liebend gern mit uns gespielt haben kommen nur noch selten. Ich bin nicht mehr die Mama mit den dicken Augenringen, den zerzausten Haaren und den Zahnpasta Flecken auf dem T-Shirt, die wie im Halbschlaf ihrem Kleinkind auf die Rutsche hinterherkrabbelt. Nein, ich bin die Mama, die sich entspannt zurücklehnt, ihr großes Mädchen betrachtet, mit den anderen Mamas fröhlich plaudert und fast sowas wie ausgeschlafen ist.

Lässt dein Kind seine Trauer, Scham, Angst zu? Wie du dein Kind dabei unterstützen kannst, seine Gefühle auszudrücken

Manche Menschen haben Schwierigkeiten, ihre verletzlichen Gefühle zu spüren und zuzulassen. In Situationen, in denen die meisten Menschen Trauer spüren spüre ich oft erstmal nichts, völlig abgeschnitten von der Situation. In der Folge wird mir dann meist übel und ich fühle mich richtig krank. Leider habe ich den Zusammenhang erst als Erwachsene gesehen und verstanden. Viele Gefühle sind zu intensiv, um sie zulassen zu können. Echte Trauer kann ich vor allem spüren, wenn es um andere geht, wenn ich nicht zu direkt betroffen bin. Traurige Filme, traurige Musik, traurige Geschichten kann ich zulassen. Aber die Konfrontation mit direkter Trauer ist zu viel und mein Gehirn schützt mich davor.