Autor: mitkindernreifen

An die müde Mama mit dem herausfordernden Kleinkind

Wir haben die ersten Jahre fast täglich auf dem Spielplatz bei uns um die Ecke verbracht. Schnell kannte ich jede Mama da und auch jedes Kind. Man kommt ins Gespräch, bzw. ins Spiel, wenn man tagein tagaus am selben Ort ist. Es hat sich eine Gemeinschaft gebildet, in die auch größere Kinder integriert sind. Vor ein paar Tagen fiel es mir zum ersten Mal auf. Das Bild auf dem Spielplatz hat sich komplett gewandelt. Plötzlich ist meine Tochter nicht mehr die Kleine, nein sie ist die Große! Und die Schulkinder, die letztes Jahr noch liebend gern mit uns gespielt haben kommen nur noch selten. Ich bin nicht mehr die Mama mit den dicken Augenringen, den zerzausten Haaren und den Zahnpasta Flecken auf dem T-Shirt, die wie im Halbschlaf ihrem Kleinkind auf die Rutsche hinterherkrabbelt. Nein, ich bin die Mama, die sich entspannt zurücklehnt, ihr großes Mädchen betrachtet, mit den anderen Mamas fröhlich plaudert und fast sowas wie ausgeschlafen ist.

Liebe Süßigkeiten verteilenden Menschen… Gut gemeint – nicht immer gut?

Ein immer wieder kehrendes Thema in unserem Alltag ist seit einiger Zeit der liebe Zucker. Es gibt dazu die unterschiedlichsten Ansichten, aber für mich ist klar, dass ich meinem Kind helfen muss, den Konsum von Zucker zu regulieren. Ich habe es auch schon ohne Einschränkungen meinerseits probiert aber nach ein paar Wochen aufgegeben. Das mag für manche Familien funktionieren, für uns definitiv nicht. Nun sind Süßigkeiten ja gerade überall anzutreffen und es fängt wirklich an, mich zu nerven. Was denken sich Menschen dabei, meiner Tochter ständig und überall Süßigkeiten zuzustecken? Es geht mir nicht in den Kopf, ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, andere Kinder mit Zucker zu versorgen. Wieso meinen andere Menschen dies mit meiner Tochter tun zu müssen?

Lässt dein Kind seine Trauer, Scham, Angst zu? Wie du dein Kind dabei unterstützen kannst, seine Gefühle auszudrücken

Manche Menschen haben Schwierigkeiten, ihre verletzlichen Gefühle zu spüren und zuzulassen. In Situationen, in denen die meisten Menschen Trauer spüren spüre ich oft erstmal nichts, völlig abgeschnitten von der Situation. In der Folge wird mir dann meist übel und ich fühle mich richtig krank. Leider habe ich den Zusammenhang erst als Erwachsene gesehen und verstanden. Viele Gefühle sind zu intensiv, um sie zulassen zu können. Echte Trauer kann ich vor allem spüren, wenn es um andere geht, wenn ich nicht zu direkt betroffen bin. Traurige Filme, traurige Musik, traurige Geschichten kann ich zulassen. Aber die Konfrontation mit direkter Trauer ist zu viel und mein Gehirn schützt mich davor.

Probiere es doch mal mit Spiel – schwierige Situationen mit Klein- und Vorschulkindern entspannen

Eltern von Kleinkindern und Vorschulkindern stehen oft vor der Situation, dass das Kind nicht tut was es soll. Wir Erwachsene haben den Terminkalender im Nacken und unser Nachwuchs zieht sich einfach nicht an, lässt sich nicht anziehen oder liest stundenlang Bücher auf der Toilette. Alle Erklärungsversuche scheitern. Je mehr ich fordere, desto größer scheint der Gegenwille zu werden. Da sind ganz natürliche Instinkte in Gang. Schaffe ich es nicht, mein Kind einzusammeln, so dass es gerne macht, was nötig ist, bleibt mir eigentlich nur noch die Option ein Spiel daraus zu machen.

Geht mein Kind in genügend Kurse? Turnen, Fußball, Schwimmen, Karate, Chinesisch, Klettern

Seitdem meine Tochter 4 Jahre alt ist (wahrscheinlich schon viel früher – aber davor habe ich es nicht bewusst wahrgenommen) häufen sich in meinem Umfeld die Diskussionen rund um verschiedene Kurse, die für Kinder angeboten werden. Alle Eltern wollen ihre Kinder optimal fördern und sie bloß nicht benachteiligen. Denn das Rennen um die wenigen Plätze scheint früher und früher zu beginnen. Die Sorge bei vielen Eltern ist groß. Fördern wir unser Kind genug? Verpasst es etwas, wenn es nicht wenigsten drei verschiedenen Aktivitäten nach dem Kindergarten nachgeht? Viele Eltern machen sich den Stress am Nachmittag, zerren ihre Kinder in vermeintlich entwicklungsfördernde Kurse, lassen nicht selten weinende, gestresste und müde Kinder zurück und reden sich ein, dass das Kind ja mithalten muss. Schließlich schleppen fast alle Eltern ihre Kinder mit spätestens 3 Jahren zu einem Kurs.

Kindergeburtstage…Stress oder Spaß? Eltern haben es in der Hand.

Kennst du das auch? In manchen Monaten häufen sich die Einladungen zu Kindergeburtstagen geradezu. So war es bei uns in den letzten zwei Monaten. Ständig stand ein Kindergeburtstag an. Alle schienen sich übertreffen zu wollen, was Unterhaltung, Motto, Angebot von Süßigkeiten und Geschenken für die Gäste anging. Meine Kleine hat teilweise mehr nach Hause gebracht als was sie dem Geburtstagskind mitgebracht hatte. Die Hälfte davon wanderte nach kurzer Zeit in den Müll, da Plastikkram aus China nun mal nichts taugt. Die Süßigkeiten, die mich an Karnevalsumzüge erinnerten waren auch wenig beliebt. Aber Hauptsache Masse statt Klasse!

Gleichaltrigenorientierung an jeder Ecke und wieso uns das oft das Leben mit Kindern schwer macht

Wer schon öfters bei mir auf dem Blog gelesen hat, ist dem Wort „Gleichaltrigenorientierung bestimmt schon mal begegnet. Geprägt wurde der Begriff von Gordon Neufeld, einem kanadischen Entwicklungspsychologen. Er hat ein ganzes Buch zu dem Thema geschrieben: „Unsere Kinder brauchen uns“ oder in Englisch „Hold on to your kids“. Leider wird das Thema sehr oft missverständlich interpretiert, meist von Menschen, die sich nicht ausgiebig mit der Thematik beschäftigt haben. Seitdem ich verstanden habe, um was es dabei geht, begegnet mir diese Problematik an jeder Ecke. Wie so oft, wenn man endlich mal ein Wort für etwas Offensichtliches hat, nimmt es Gestalt an. Es geht dabei nicht darum, dass Kinder keine Freunde brauchen oder dass die Eltern sich ständig in alles einmischen sollten. Ich bin so froh, wenn die Freundin meiner Kleinen die Rolle von Bibbi oder Amadeus einnimmt und ich gelassen zuschauen darf, während die beiden auf dem Boden herumkrabbeln und „Hüüüüüa“ kreischen. Viele Dinge können Kinder einfach besser mit Kindern. Obwohl, wenn wir Erwachsenen uns mal auf das Spiel einlassen und komplett eintauchen, kann …

Halte durch Mama und genieße die positiven Seiten -vieles ist nur eine Frage der Reife!

Es gibt unglaublich anstrengede Zeiten in der Begleitung von Kindern.  Es gibt Phasen, in denen dreht sich bei Eltern alles um das Thema Schlaf, den letzten Stuhlgang, das Trockenwerden, den Jammerton, und vieles mehr.  Heute habe ich mich gewundert, wann sich eigentlich die vielen kleinen „Problemthemen“ ausgeschlichen haben. Denn genauso war es. Nervige Angelegenheiten waren plötzlich verschwunden. Wer kennt ihn nicht, den Satz: „Alles nur eine Phase!“ Immer wieder habe ich in schwierigen Zeiten versucht, mir das vor Augen zu führen. Aber wenn man vor Müdigkeit kaum aufrecht stehen kann, 24/7 gebraucht wird und einfach auf dem Zahnfleisch geht, will man diesen Satz nicht hören. Jedenfalls habe ich des Öfteren gedacht: „Hört mir auf mit euren Phasen!“

6 Jahre alt, Schulanfänger, 9 Stunden außer Haus – machen wir es uns zu einfach?

In einigen Bundesländern hat die Schule bereits begonnen. Für viele Erstklässler eine aufregende Zeit. Dieses Jahr habe ich dieses Ereignis zum ersten Mal so richtig intensiv mitbekommen, da viele Kinder in meinem Bekannten- und Familienkreis eingeschult wurden. Wenn ich mir den Alltag der Erstklässler so anschaue packt mich wirklich großes Unverständnis und ich komme aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus.

Warum 4-Jährige genauso rocken wie 1,2, und 3-Jährige – Jedes Alter ist das Beste!

“Welches Alter deines Kindes hast du bis jetzt am meisten genossen?”, werde ich oft gefragt. Meine ehrliche Antwort ist mittlerweile: “Jedes!” ab dem Zeitpunkt, zu dem ich mich darauf eingelassen habe und alles so angenommen habe, wie es gerade war, konnte ich die Zeit wirklich genießen.