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Hast du ein Glück!… Lebst du deine Prioritäten?

Kennst und lebst du deine Prioritäten? Oder lässt du dich mitziehen von den Erwartungen und Anforderungen im Außen? Über den Satz: “Hast du ein Glück”, habe ich mich in den vergangenen Monaten öfters mal geärgert.

Von Natur aus bin ich dankbar, einfach zufriedenzustellen, bescheiden und mit wenig glücklich. Ist das vielleicht Teil des Glücks, auf das ich in den letzten Monaten immer wieder angesprochen wurde. Es ärgert mich so sehr, wenn mir Mitmenschen, die in großen Häusern leben, mehr als ein Auto besitzen und fünf Mal im Jahr in Urlaub fahren „müssen“, so entgegentreten. Ja gut, es gibt auch andere…aber gerade von gut situierten Menschen durfte ich mir des öfteren diesen Satz anhören.

Nie ist mir der Satz „Jeder ist seines Glückes Schmied“ mehr deutlich vor Augen geführt worden.

Das letzte Jahr war für alle Familien eine Herausforderung. Für die einen mehr, für die anderen weniger. Was vor der Krise schwierig war, wurde noch schwieriger. Was vor der Krise leicht war, wurde weniger leicht. Wer zuvor bereits in Stress gelebt hat, wurde noch gestresster. Nein, ich bin nicht der Ansicht, dass alle Menschen die selben Startbedingungen haben. Manche haben sicher ein wenig mehr Glück als andere. Dann aber kenne ich Menschen, die sich glücklich fühlen, obwohl sie von außen betrachtet gar nicht so viele Gründe dafür haben.

Glück ist einfach so vielschichtig, so dass es uns nicht zusteht, über das Glück anderer zu urteilen. Womit ich glücklich bin, damit bist du vielleicht gar nicht glücklich. Letzten Endes wollen wir ja auch nicht alle dasselbe.

Ich bin schon glücklich, da geboren zu sein, wo ich geboren bin. Wurzeln zu haben, die mich festhalten und mir ein ganz großes Urvertrauen geben, trotz aller Widrigkeiten, denen ich so begegne. Je älter ich werde, desto dankbarer bin ich für diese Wurzeln und das damit verbundene Urvertrauen, das mir mit auf den Weg gegeben wurde.

Genau das ist es, was ich mir für meine Tochter wünsche.

Das Vertrauen, dass alles irgendwann gut wird. Dass sie alles schaffen kann, was sie sich erträumt und dass ich da bin, wenn es schiefläuft. Dass sie den Mut hat, ihre Träume in die Tat umzusetzen und einfach loszuziehen.

Ich schätze mich sehr glücklich, dass ich im letzten Jahr die Verantwortung für unser Leben übernehmen und Vollzeit zu Hause sein konnte. Ganz ohne Unterstützung von außen. Das betrachte ich aber nicht als Glück, sondern als etwas, an dem ich seit Jahren gearbeitet habe. Ich wusste schon seit der Geburt meiner Tochter, dass ich mein drittes Jahr Elternzeit nicht einfach so verfallen lassen wollte. Mir war aber auch klar, dass ich als Alleinerziehende ganz schön viel vorsorgen muss, um mir diese Auszeit zu ermöglichen.

Geplant war das Jahr natürlich ganz anders.

Endlich wollte ich mal Zeit für mich haben, nach fünf Jahren allein mit Klein- und dann Vorschulkind. Ein warmes Mittagessen wollte ich auf dem Tisch haben, wenn meine Tochter aus der Schule nach Hause kommt. Dass ich auch direkt Lehrerin spielen darf, war nicht geplant. Dass wir quasi Dauerferien haben, auch nicht. Oft hängt das individuelle Glück doch auch davon ab, ob du deine Prioritäten lebst oder nicht.

So viele Vorhaben hatte ich für diese freien zehn Monate. Davon umgesetzt habe ich genau: keins. Bin ich deswegen nun unglücklich? Nein, nicht wirklich. Hätte ich es mir anders gewünscht? Ja klar! Wie alles hatte auch diese Zeit gute und schlechte Seiten. Ich blieb größtenteils auf der Strecke. Also nicht ich, aber all meine Pläne und das klein bisschen Freiheit, das ich mir für die 4 Stunden, in denen mein Kind in der Schule sein sollte, erarbeitet habe. Ganz bewusst habe ich meine Prioritäten für diese Zeit neu gesetzt und Frieden mit dem geschlossen, was ich sowieso nicht ändern konnte.

Es ist verrückt. Wenn meine Kleine mal unerwartet für drei Stunden von jemand anderen betreut wird, fühle ich mich wie ein Teenager, der tagelang “sturmfrei” hat. Schwer zu beschreiben. Es geht dabei um das Abgeben der Verantwortung. Einmal für kurze Zeit nicht für eine weitere Person die Verantwortung zu tragen kann so erleichternd und befreiend sein.

Bitte sagt mir nicht immer wieder, was für ein großes Glück ich hatte, zu Hause gewesen zu sein.

Das war eine bewusste Entscheidung, für die ich gearbeitet habe. Für die ich auf einiges verzichtet habe. Wobei ich das Glück habe, wenig als Verzicht zu empfinden. Früh waren mir meine Prioritäten klar. So viel Zeit mit meiner Tochter, wie ich mir leisten kann. So lange sie eben klein ist. Bald wird sie 8 und nächstes Jahr um diese Zeit ist ihre Kindheit bereits zur Hälfte vorbei. Bald erleben wir ihren 8. Sommer und immer öfter zieht sie es vor, mit ihrer Freundin loszuziehen, als mit mir. Das ist ok so. Aber noch ist sie klein und braucht ihren sicheren Hafen zu Hause. Das alles war meine Entscheidung…und kein Glück.

Übrigens hab ich im letzten Jahr so viele Gespräche mit Menschen geführt, die sich wunderten, wie das gehen soll. So lange ohne Einkommen zu leben. Es ist möglich. Es ist viel mehr möglich, als du denkst. Mit den Menschen, die mich nicht gleich mit „hast du ein Glück!“ stummgeschalten haben, haben sich tolle Gespräche entwickelt. Das nächste Mal, wenn du jemanden triffst, dessen Lebensumstände du als glücklich empfindest, frag ihn doch einfach mal, was ihn oder sie dazu bewegt hat…und was der Weg dahin war. Zufriedene Menschen sind meistens empathisch und teilen für ihr Leben gern. Ich frag jedenfalls liebend gerne nach bevor ich mir eine Meinung bilde.

Und der nächste, der seine eigene Unzufriedenheit mit dem Glück der anderen erklärt (und damit seinem Unglück), dem kann ich dann den Link zu diesem Artikel senden. Denn in der Situation selbst bin ich meist sprachlos…

Auf dem Photo hält meine Tochter übrigens ein vierblättriges Kleeblatt, das sie aus zwei dreiblättrigen Kleeblättern zusammengebastelt hat. So einfach ist das mit dem Glück für Kinder:-)

Alleinerziehende während der Pandemie – Was ist eigentlich mit denen?

Die letzten Monate habe ich nur sehr wenig in der öffentlichen Diskussion von alleinerziehenden Familien gehört. Wieso denn nur? Liegt es vielleicht daran, dass sie völlig am Rotieren sind und keine freie Minute haben, um auf sich aufmerksam zu machen?

Meine Zeit ist jedenfalls gut ausgefüllt und wenn ich dann doch mal ein paar freie Minuten habe, dann fehlt mir oft die Kraft und Energie, um laut zu werden. Mehr denn je muss ich mit meiner Kraft haushalten und versuchen, mich auf das Wesentliche zu fokussieren. Bindung, Ruhe, Natur, Spiel. Weiterlesen

Mein Kind will nicht zur Schule- nie wieder übrigens!

Puh, das hat nicht lange gedauert. Mein Kind will nicht zur Schule gehen. Es ist ja allgemeinen bekannt, dass Grundschüler anfangs noch begeistert zur Schule laufen, um dann ein paar Monate oder Jahre später Schule einfach nur noch blöd und nervig zu finden.

Die Methoden unserer Vertretungslehrerin haben es in nicht mal zwei Tagen geschafft, dass mein fröhliches, neugieriges, lernhungriges Kind sich unter der Decke verkriecht und vehement erklärt : “Ich will nicht in die Schule!” Weiterlesen

Warum es bei uns weder Wunschzettel, noch Weihnachtswichtel gibt

(Werbung wegen Namensnennung)

Glaubt dein Kind an den Weihnachtsmann?

Heiligabend. Der schönste Abend überhaupt, für Kinder. So die Vorstellung. Doch hat Heiligabend in vielen Familien bereits an Zauber verloren. Alte Traditionen wurden nach und nach über Bord geworfen. Der eigentliche Gedanke, der hinter Weihnachten steht, wird nur noch von wenigen Familien gelebt. Als letztes wird nun sogar bei einigen nach und nach der Besuch der Christmette abgeschafft. Wenn ich an den letzten Heiligabend zurückdenke, dann denke ich mir nur, wie konnte ich nur so unvorbereitet sein?

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Und welcher Satz bringt dich auf die Palme?

Es gibt da einen Satz, den ich in letzter Zeit immer wieder höre. Einen Satz, der mich sowas von ärgert und mich meine Haare raufen lässt. Erst heute ist mir die passende Antwort darauf eingefallen.

Am meisten ärgert mich dieser Satz, wenn er von Menschen kommt, die 1000 Hobbies haben, einen gehobenen Lebensstandard pflegen und jeden Schritt mit ihrem Auto zurücklegen. Nichts gegen Menschen mit Hobbies, gehobenem Lebensstandard oder lauffaulen Autofahrern… Weiterlesen

15 Tipps für einen guten Start in der Schule

Du wünschst deinem Kind einen guten Start in der Schule? Wir Eltern sind dabei wichtiger, als wir denken.

Meine Tochter ist seit dieser Woche ein Schulkind. Heute Morgen ging sie freudestrahlend, viel zu früh und voller Neugierde los. Trotz aktueller Corona-Regeln hat die Schule das alles richtig gut hinbekommen und mittlerweile sehe ich sogar ein paar Vorteile, gerade für Erstklässer.

Das Reinwachsen in den neuen Klassenverband wird ihnen vielleicht dadurch erleichtert, dass sie die Pausen gemeinsam mit der Klasse verbringen und nicht wie in normalen Zeiten auf einem mit 600 Schülern vollgestopften Schulhof.

Die ersten Tage zeigten mir schon ganz deutlich, dass die Einstellung der Eltern einen so großen Unterschied machen kann. Weiterlesen

Erfahrungsbericht – Mutter- Kind- Kur, Pause auf Knopfdruck, Eltern am Limit

Bist du schon mal von einem fahrenden Karussell gesprungen? Ich auch nicht. Aber von einer Driller. Das sind diese sich drehenden Geräte auf den Spielplätzen. In letzter Zeit sehe ich diese gar nicht mehr so häufig. Aber in meiner Kindheit stand eine solche auf unserem Dorfspielplatz.

Wir drehten sie an wie wild, so schnell es ging und dann sprangen wir herunter. In der Mitte gab es ein Lenkrad, mit dem man die Geschwindigkeit kontrolllieren konnte. Wir liebten es, desto schneller es wurde. Weiterlesen

Regelschule oder alternative Schule? Wieso mein Kind eine Regelschule besuchen wird

Die Entscheidung, ob ein Kind eine alternative Schule oder eine Regelschule besuchen wird, fällt vielen Eltern schwer. Sehr viel mehr Eltern habe nicht einmal den Luxus, darüber nachzudenken. Denn nicht in jeder Region gibt es zahlreiche Angebote.

Wir hatten tatsächlich einige alternative Schulen in der näheren Umgebung, wobei “nah” relativ ist. Es gibt keine alternative Schule, die meine Tochter selbstständig erreichen könnte. Elterntaxi wäre also immer nötig. Abgase in die Luft pusten, inklusive. Weiterlesen

Rückstellung meines Muss-Kindes Ein Jahr später- Ist mein Kind schulreif?

Jedes Jahr aufs Neue stellen sich Eltern von Vorschulkindern die Frage: Ist mein Kind schulreif?

Letztes Jahr war für mich klar, dass mein Kind nicht in die Schule gehen würde. Die erstaunten Gesichter von unserer Ärztin und von unseren Erziehern haben mich da wenig ins Grübeln gebracht. Eher umgekehrt, meine Argumente zum Thema Schulreife brachten sie ins Grübeln und schließlich dazu, mit mir an einem Strang zu ziehen.

Die Punkte, die mir bei der Schulreife wichtig sind, habe ich hier beleuchtet. Da war es mir auch total egal, ob meine Kleine kognitiv super fit ist. Denn darauf kommt es in der Schule nicht in erster Linie an. Auch, dass ihre Freunde eingeschult wurden, war für mich kein Argument. Weiterlesen

Weil du mir gehörst – Wenn Eltern sich um Kinder streiten

Das elterliche Entfremdungs-Syndrom ist umstritten – und dennoch bietet ARD dem Thema Raum in der Hauptsendezeit.

Wenn Eltern sich um Kinder streiten kann es nur Verlierer geben.

Vor ein paar Tagen lief auf ARD der Film „Weil du mir gehörst“.

Ein Film mit einer Topbesetzung, mit beeindruckenden schauspielerischen Fähigkeiten und mit einem Thema, das gerne herangezogen wird, wenn es nach Trennungen darum geht, die Kinder „gerecht aufzuteilen.” Weiterlesen