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Mein Kind hat Angst vorm Zahnarzt und was bei uns Wunder bewirkte

Geht dein Kind genauso gerne zum Zahnarzt wie meins? Mein Kind hat Angst vorm Zahnarzt. Meine Tochter hat einfach mal zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr den Mund ganz fest verschlossen gehalten. Es war nichts zu machen. Der Zahnarzt konnte nicht mal einen kurzen Blick erhaschen. Es half weder ein lustiges Handpuppenspiel noch die versprochene Belohnung danach.

Wieso es keine willensstarken Klein- und Vorschulkinder gibt

Hast du auch so ein willensstarkes Kind? Hörst du auch oft den Satz: „Er weiß schon genau, was er will!“ Mein Kind ist so stur – höre ich immer wieder. Auf die Gefahr hin, dass Menschen mit sogenannten willensstarken Kindern sich nun auf die Füße getreten fühlen: für mich gibt es keine willensstarken Klein- und Vorschulkinder. Kann es gar nicht geben.

Dein Kind wird niemals selbstständig, wenn du nicht…bist du auch so eine Glucke?

Selbstständigkeit wird in unserer Gesellschaft großgeschrieben. “Mein Kind ist unselbstständig”, eine große Angst vieler Eltern. Von Kindern wird immer früher erwartet, dass sie vieles alleine können. Was musste ich mir dazu schon für Sprüche anhören. Der Höhepunkt aller Bemerkungen war wohl, als mir gesagt wurde, ich solle meine Erziehung überdenken, weil meine Tochter nicht immer ohne weiteres ohne mich alleine irgendwo bleiben will. Große Sorge hätte ich, wenn as Gegenteil der Fall wäre – wenn sie stets, ohne Wenn und Aber ohne mich bleiben würde.

Wenn die anstrengenden Tage kein Ende nehmen…hochsensibel, gefühlsstark oder was auch immer!

Oft bin ich abends zu fertig um noch etwas anderes zu machen, als mich von irgendetwas Sinnlosem berieseln zu lassen. Alle guten Vorsätze, die Vorfreude auf meine ein, zwei Stunden für mich am Abend sind plötzlich wie weggeblasen. Ich mag sie nicht, diese kurzen, kalten, dunklen Tage. All diese tollen Ideen zu den Dingen, die man im Winter mit Kindern drinnen machen kann. Ja, das mag mit manchen Kindern gehen, es gibt aber eben Kinder, die viel Freilauf benötigen um überhaupt mal zur Ruhe kommen zu können. Und so hangele ich mich von Tag zu Tag, zerbreche mir den Kopf darüber, wie ich den Tag entspannt gestalten kann und warte darauf, dass die Abende wieder länger hell bleiben.

Dein Kind wird ein Tyrann! Was ist denn überhaupt ein Tyrann und was macht Kinder zu Tyrannen?

Bei jeder Diskussion zu Erziehungsfragen kommt früher oder später das Tyrannenargument. Sei nicht zu weich, sonst turnt dir dein Kind auf der Nase herum. Dein Kind tyrannisiert dich! Dein Kind ist der Boss! Das darfst du dir nicht gefallen lassen! Du musst härter durchgreifen! Was, nachdem es sich so verhalten hat, nimmst du es noch in den Arm? Dein Kind braucht Grenzen! Der Schrei nach Grenzen! Ständig ist irgendwo zu lesen, dass es so viele Kinder gibt, die sich angeblich wie Tyrannen aufführten. Erklärungen dazu, wie tyrannisches Verhalten tatsächlich entsteht, findet man selten. Es gibt Mutmaßungen und angeblich feststehende Tatsachen, was diese Verhaltensformen bei Kindern hervorruft. Ich muss zugeben, dass ich mich auch nicht weiter dazu belesen habe, da es bei mir eine riesige Wut hervorruft, wenn ich lesen muss, dass Eltern härter sein müssen und sich mehr durchsetzen müssen, wenn sie nicht wollen, dass ihre Kinder zu Tyrannen werden.

Liebe Süßigkeiten verteilenden Menschen… Gut gemeint – nicht immer gut?

  Bei meinem Kind funktioniert Selbstregulation  beim Zuckerkonsum nicht. Ein immer wieder kehrendes Thema in unserem Alltag ist seit einiger Zeit der liebe Zucker. Es gibt dazu die unterschiedlichsten Ansichten, aber für mich ist klar, dass ich meinem Kind helfen muss, den Konsum von Zucker zu regulieren. Ich habe es auch schon ohne Einschränkungen meinerseits probiert aber nach ein paar Wochen aufgegeben. Das mag für manche Familien funktionieren, für uns definitiv nicht. Nun sind Süßigkeiten ja gerade überall anzutreffen und es fängt wirklich an, mich zu nerven. Was denken sich Menschen dabei, meiner Tochter ständig und überall Süßigkeiten zuzustecken? Es geht mir nicht in den Kopf, ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, andere Kinder mit Zucker zu versorgen. Wieso meinen andere Menschen dies mit meiner Tochter tun zu müssen?

Lässt dein Kind seine Trauer, Scham, Angst zu? Wie du dein Kind dabei unterstützen kannst, seine Gefühle auszudrücken

Manche Menschen haben Schwierigkeiten, ihre verletzlichen Gefühle zu spüren und zuzulassen. In Situationen, in denen die meisten Menschen Trauer spüren spüre ich oft erstmal nichts, völlig abgeschnitten von der Situation. In der Folge wird mir dann meist übel und ich fühle mich richtig krank. Leider habe ich den Zusammenhang erst als Erwachsene gesehen und verstanden. Viele Gefühle sind zu intensiv, um sie zulassen zu können. Echte Trauer kann ich vor allem spüren, wenn es um andere geht, wenn ich nicht zu direkt betroffen bin. Traurige Filme, traurige Musik, traurige Geschichten kann ich zulassen. Aber die Konfrontation mit direkter Trauer ist zu viel und mein Gehirn schützt mich davor.

Geht mein Kind in genügend Kurse? Turnen, Fußball, Schwimmen, Karate, Chinesisch, Klettern

Seitdem meine Tochter 4 Jahre alt ist (wahrscheinlich schon viel früher – aber davor habe ich es nicht bewusst wahrgenommen) häufen sich in meinem Umfeld die Diskussionen rund um verschiedene Kurse, die für Kinder angeboten werden. Alle Eltern wollen ihre Kinder optimal fördern und sie bloß nicht benachteiligen. Denn das Rennen um die wenigen Plätze scheint früher und früher zu beginnen. Die Sorge bei vielen Eltern ist groß. Fördern wir unser Kind genug? Verpasst es etwas, wenn es nicht wenigsten drei verschiedenen Aktivitäten nach dem Kindergarten nachgeht? Viele Eltern machen sich den Stress am Nachmittag, zerren ihre Kinder in vermeintlich entwicklungsfördernde Kurse, lassen nicht selten weinende, gestresste und müde Kinder zurück und reden sich ein, dass das Kind ja mithalten muss. Schließlich schleppen fast alle Eltern ihre Kinder mit spätestens 3 Jahren zu einem Kurs.

Kindergeburtstage…Stress oder Spaß? Eltern haben es in der Hand.

Kennst du das auch? In manchen Monaten häufen sich die Einladungen zu Kindergeburtstagen geradezu. So war es bei uns in den letzten zwei Monaten. Ständig stand ein Kindergeburtstag an. Alle schienen sich übertreffen zu wollen, was Unterhaltung, Motto, Angebot von Süßigkeiten und Geschenken für die Gäste anging. Meine Kleine hat teilweise mehr nach Hause gebracht als was sie dem Geburtstagskind mitgebracht hatte. Die Hälfte davon wanderte nach kurzer Zeit in den Müll, da Plastikkram aus China nun mal nichts taugt. Die Süßigkeiten, die mich an Karnevalsumzüge erinnerten waren auch wenig beliebt. Aber Hauptsache Masse statt Klasse!