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Verhaltensauffälligkeit bei Trennungskindern? Kind bleibt nicht ohne Mama.

Verhaltensauffälligkeit bei Trennungskindern?

Viele getrennte Eltern kennen den Gedanken: Ist das hier jetzt eine Verhaltensauffälligkeit bei Trennungskindern? Oder eben ganz „normal“?

Heute ist ein großer Tag bei uns😊

Meine Tochter traut sich zum ersten Mal, bei Oma und Opa zu übernachten, die 150km weit weg wohnen. Schlaf war bei uns schon immer ein kompliziertes Thema. Mama für länger als einen Tag loslassen auch.

Verhaltensauffälligkeit bei Trennungskindern?

Klar, frag ich mich dann immer, ob das mit der Trennung von ihrem Vater zusammenhängt, läge ja auf der Hand. Trennung jeglicher Art ist aber für Kinder eine echte Herausforderung. Für die einen mehr, für die anderen weniger. Insofern habe ich ein tiefes Vertrauen, dass das alles eine Frage der Weiterentwicklung ist. Also nicht nur eine Verhaltensauffälligkeit wegen Trennung der Eltern.

Gestern ging meine Kleine durch ganz viele Gefühle. Von Stolz, über Angst bis hin zu Panik. „Oh nein, wieso habe ich Oma überhaupt erzählt, dass ich morgen komme?“ Ich konnte richtig sehen, wie sie sich gequält hat. Aushalten, da sein. Mund halten. Nicht leicht…

Da junge Kinder nur ein Gefühl zurzeit spüren können, brauchen sie Hilfe beim Sortieren.

Meine Tochter fühlt seeeehr intensiv, also das Thema war nicht so schnell vom Tisch. Da hilft es ungemein, zu wissen, dass Klein- und Vorschulkinder und bei intensiv fühlenden Kindern eben auch ältere Kinder, nur ein Gefühl zurzeit wahrnehmen können. Sie können dann nicht die zwei seiten der Medaille sehen. Sie sehen nur eine. Welche sie sehen, kann sich auch sehr schnell ändern. Gestern Abend und heute Morgen war das vor allem Angst vor dem Unbekannten.

Verhaltensauffälligkeiten bei Trennungskindern verstehen ist ein wichtiger Schritt.

Wie, gerade Kinder unter 7 Jahren, gut durch die Trennung begleitet werden können, darum geht es in meinem E-Book:

Trennung mit Kind ja oder nein

Egal, welches „Problem“, echtes Spiel kann helfen

Übrigens, ich war so baff heute Morgen. Meine Kleine hat, während ich noch im Bett lag, gemalt. Einen Marienkäfer und hat rund herum Sprechblasen geschrieben:

„Ich bin traurig, weil Mama nicht dabeibleibt. Ich habe ein bisschen Angst, weil ich noch nie so weit von Mama weg geschlafen habe. Ich bin ein lustiger Marienkäfer.“ Und noch vieles, sehr heiteres mehr.  Kinder verarbeiten so vieles im Spiel und im kreativen Tun. Von meiner Tochter zu lesen, dass sie sich traurig fühlt ist ein echter Meilenstein. Dieses Gefühl lässt sie eigentlich nicht zu.

Gestern Abend hab ich ihr nochmal zugesichert, dass sie nirgendwohin muss, wenn sie das nicht möchte. Dass ich das Oma und Opa erkläre und die das schon verstehen. Aber sie wollte ja. Wieder ganz viele Gefühlsschwankungen am frühen Morgen. Was bin ich froh dass unsere Nachbarn scheinbar nicht mehr so gut hören.

Meinen ersten Tag seit Jahren, ohne Verantwortung für einen weiteren Menschen, sah ich schon schwinden. Aber hey, ok. Dann eben nächstes Jahr. Als meine Tochter sich beruhigt hatte, hab ich ihr nochmal ganz ruhig erzählt, wie das ist mit den Gefühlen. Dass sie da manchmal vielleicht nur noch eins spürt und das ganz intensiv. Dass das ganz normal ist und ich das gut verstehe. „Deine Angst scheint gerade alles andere zu verdrängen. Möchtest du zu Oma und Opa weil du ihnen gestern davon erzählt hast und Angst hast, deine Meinung zu ändern oder weil du gerne dort sein möchtest?“

An der Verbindung festhalten bei Trennung

Die Lösung für die Verbindung während meiner Abwesenheit, fand meine Kleine selbst. Wir nehmen einfach eine ganz lange Schnur und spannen die von hier bis ins Saarland. Du hebst das eine Ende fest, ich das andere (so machen wir das manchmal Abends beim Einschlafen). Wir hatten dann doch nicht genug Wolle😊 Also gab sie mir einen Schal, den ich anziehen soll und sie nahm sich einen Schal von mir mit, den sie anziehen wird. Kinder…

Die zwei Stunden Autofahrt waren intensiv. Und die Rückfahrt pure Erholung.

Als alleinerziehende Mama, die so gut wie immer mit ihrem Kind im Auto sitzt und über das zu wählende Hörspiel diskutiert und bis zu 33 Fragen in der Minute beantwortet, kann eine längere Autofahrt alleine, sich schon fast wie ein Abenteuer anfühlen.

Entspannt, denn ich weiß ja, dass es ihr dort gut geht, dass sie mächtig verwöhnt wird und dass ihre starken Gefühle ihr einfach oft im Weg stehen. Manchmal braucht sie einfach einen Schubs. Eigentlich ist sie sehr mutig und hat vor wenig Angst. Außer wenn es um das Thema Schlaf geht, da kann sie sehr schlecht von Routinen Abschied nehmen. Es kann sein, dass ich sie morgen wieder abhole, aber dann hat sie es wenigstens probiert. Wahrscheinlich wird sie aber mächtig stolz sein, dass sie es geschafft hat und sich darüber freuen, mit Oma alleine ins Schwimmbad gehen zu dürfen. Ich bin gespannt und freue mich für sie, dass sie sich getraut hat.

Ach so und seitdem sie Omas Handy bedienen kann herrscht quasi sowieso ständig irgendeine Art von Verbindung. Wie und wo finden Kinder nur immer diese süßen Emojis.

Den Gedanken, ob eine Verhaltensauffälligkeit bei Trennungskindern auf die Trennung zurückzuführen ist, hab ich vor Jahren abgehakt. Was ist überhaupt eine Auffälligkeit? Vieles sind einfach ganz gesunde Entwicklungsschritte. Ich hab keine Ahnung, wie sich meine Tochter verhalten würde, wären ihre Eltern nicht getrennt. Ich weiß aber, dass es ganz viele Kinder gibt, deren Eltern nicht getrennt sind, die genau die selben Herausforderungen zu meistern haben.

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