Alleinerziehend, Beziehung und Bindung, Buchrezension
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„Die Sehnsucht des kleinen Orange“ ein Bilderbuch bei Trennung der Eltern #Rezension

“Die Sehnsucht des kleinen Orange” hat mich anfangs öfters mal zum Weinen gebracht. So anschaulich werden die Gefühle des kleinen Orange vermittelt. Jedoch nicht in einer Art, die Schwere zurücklässt. Die Geschichte lässt große und kleine Leser:innen eher hoffnungsvoll und versöhnt in die Zukunft schauen. Die Sehnsucht des kleinen Orange vermittelt anschaulich die Gefühle, die bei Trennungen mit Kindern eine Rolle spielen.

Außerdem verdeutlicht die Geschichte des kleinen Orange, dass es Trennungskindern gut gehen kann, wenn sie feinfühlige, fürsorgliche Erwachsene in ihrer nahen Umgebung haben.

Ein ganz einfaches Bilderbuch mit einfachen Bildern, einfacher Sprache und ganz viel Verständnis und Liebe. Empfohlen vom Verlag ab 4 Jahren.

Zum ersten Mal habe ich das Buch meiner Tochter im Alter von 3 Jahren vorgelesen, spätestens mit 4 hat sie verstanden und nachempfunden, um was es dabei geht. Mittlerweile, mit 8 nimmt sie sich das Buch hin und wieder und blättert darin. Auch wenn unsere Situation eine andere ist als in dem Buch, kann sich meine Tochter in den Gefühlen des kleinen Orange wiederfinden.

Worum geht es geht in “Die Sehnsucht des kleinen Orange”?

Das kleine Orange lebt mit seinen Eltern zusammen, bis eines Tages ein Gespräch zwischen den Dreien stattfindet. Die Eltern werden sich trennen. Natürlich versteht das kleine Orange nicht gleich, was das für sein eigenes Leben bedeuten wird. Der erste Besuchstag beim Papa gefällt ihm sehr,  nur am Abend, da spürt es, dass es die Mama vermisst. Wenn es bei der Mama ist, vermisst es den Papa. Diese Gefühle werden anschaulich mit Farben dargestellt.

Der Papa reagiert sehr einfühlsam, und danach geht es dem kleinen Orange wieder gut.

Das Buch „Die Sehnsucht des kleinen Orange“ kann Kinder darin unterstützen, die eigenen Gefühle zuzuordnen. Außerdem macht es deutlich, wie wichtig es ist, über die eigenen Sorgen zu sprechen.

Das Buch kann Mut machen und veranschaulichen, dass die Eltern für das Kind da sind und dass es mit seinen Gefühlen nicht alleine ist.

Mir hat eine Mama mal gesagt, sie habe das Buch weggelegt, weil das Kind danach oft traurig war. Genau das ist es aber, was Kinder nach einer Trennung nunmal sind. Und das ist richtig und wichtig. Wir dürfen die Gefühle unserer Kinder aushalten und ihnen ganz viel Raum geben. So viel Raum, wie sie brauchen. Wenn ihnen ein Buch dabei hilft, zu ihrer Trauer zu finden, dann dürfen wir da sein und Halt und Zuversicht geben.

Denn die Trennung der Eltern ist für die Kinder eine einschneidende Erfahrung, die verarbeitet werden muss. Situationen, die wir nicht ändern können, lassen in uns Menschen immer ein Gefühl der Frustration entstehen. Frustration kann drei verschiedene Ausgänge finden. Vielleicht wird das Kind versuchen, die Trennung der Eltern rückgängig zu machen. Es wird die Trennung nicht akzeptieren und versuchen, die Eltern wieder zu vereinen. Wenn es merkt, dass es an der Situation nichts ändern kann, wird es vielleicht wütend oder aggressiv werden. Das ist die zweite Reaktion auf Frustration. Die dritte Möglichkeit, Frustration auszudrücken, ist der Weg über die Trauer.

Gefühle von Kindern begleiten

Wenn nichts mehr übrig bleibt, als zu weinen, dann findet das Kind zu seinen Tränen. Das hört sich einfacher an, als es oft ist. Es tut weh, schmerzhafte Gefühle zuzulassen und zu zeigen. Bücher können hier eine große Hilfe sein. Schmerzhafte Gefühle lassen sich viel einfacher auf indirektem Weg anschauen und spüren.

Das Buch hilft dabei, die Wunden unserer Kinder auf weniger schmerzhaftem Weg anzuschauen und den Raum für intensive Gefühle zu öffnen und zu halten.

In diesem früheren Artikel gehe ich auf den Umgang mit Frustration und Trauer genauer ein.

Was ich mir zum Schluss noch wünschen würde in Hinsicht auf dieses Buch. Die Sehnsucht des kleinen Orange* schildert eine Situation, die ganz viele Trennungskinder kennen. Das Kind lebt bei der Mama und geht alle zwei Wochen zu einem Besuchswochenende beim Papa. Zwischendurch sieht das Kind den Papa hin und wieder.

Das ist die Situation, die noch am häufigsten nach Trennungen anzutreffen ist. Schön wären weitere Buchtitel, die andere Familienkonstellationen beschreiben. Und während ich dies schreibe, schaue ich hinten ins Buch und entdecke:

Mama & Papa sagt es mir, wo komm‘ ich nur wirklich her?“*

Für Familien mit Adoptionshintergrund

„Das kleine Kunterbunt“* für Familien mit Patchwork-Hintergrund

„Das kleine Grün verändert seine Welt“ * für Kinder, die sich Sorgen um unsere Welt machen.

Herzkette: Eine Geschichte über den Tod und die Macht der Liebe” *

Vielleicht gibt es demnächst ja ein Kinderbuch der selben Reihe für Kinder, bei denen ein Elternteil nicht mehr verfügbar ist, aus welchem Grund auch immer. Oder für Kinder, die beim Papa leben und die Mama nur hin und wieder sehen.

Und wenn nicht, dann kann die Geschichte “Die Sehnsucht des kleinen Orange“ einfach auch Inspiration sein, den Inhalt der eigenen Lebenswirklichkeit des Kindes  anzupassen. Kam hier immer gut an und hat meiner Tochter total geholfen, besser zu verstehen, was dieses blöde Gefühl im Bauch ist.

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