Beziehung und Bindung, mehr Gelassenheit
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Autonome Kinder oder vielleicht doch eine Bindungsproblematik?

Das Leben mit meiner Tochter war von Anfang an herausfordernd. Ich bekam immer zu hören, das sei normal so. Aber für mich war unsere Situation überdurchschnittlich anstrengend. Wenn Freunde mir von ihren anstrengenden Nächten und Tagen erzählten, konnte ich nur neidisch schmunzeln. Was sie als Stress bezeichneten, sehnte ich mir herbei.

Natürlich ging auch ich damals ins Netz, um nach Erklärungen zu suchen. Denn das tun Eltern heutzutage.

Die von Jesper Juul erwähnten Eigenschaften von Autonomen Kindern schienen nur zu so zu passen. Ich weiß noch, wie erleichtert ich darüber war, als ich auf die Erklärungen gestoßen bin. Ich erkannte meine Tochter und unsere ganze Situation darin wieder. Ich mag Kategorisierungen eigentlich nicht. Kinder einfach in irgendwelche Schubladen zu stecken, Hauptsache man hat seine Erklärung. Denn so einfach ist es meistens nicht. Und auch in diesem Fall steckte etwas ganz Anderes dahinter.

Als ich auf das Thema gestoßen bin war meine Tochter circa zwei Jahre alt und ein sehr willensstarkes, ablehnendes, starkes, sensibles und ein sehr waches Kind. Es half eigentlich nur, vorzubeugen, sie niemals aus den Augen zu lassen und schneller zu sein als sie bei der Umsetzung ihrer vielen, oft auch gefährlichen Ideen.

Zwei Jahre später schaue ich zurück und bezweifle, dass die Erklärungen zu autonomen Kindern wirklich zutreffen.

Gibt es dazu eine wissenschaftliche Untersuchung oder woher kommt diese Kategorisierung? Das würde ja bedeuten, dass manche Kinder einfach so geboren wären.

Bei uns hat sich vieles verändert seitdem ich am Neufeld Institut sehr viel zu dem Thema Bindung lerne und Kinder einfach von innen heraus viel besser verstehen kann.

Denn das was wir damals hatten, war keine Programmierung in meinem Kind, sondern ein Bindungsthema.

Leider haben wir das Verständnis für Bindung in den letzten Jahrzehnten etwas verloren. Die wenigsten wissen, dass die Bindung über mindesten 6 Jahre ihre Wurzeln schlägt und dass das Kind erst mit dem 3. Lebensjahr (wenn alles gutgeht) so tief gebunden ist, dass es es den Bindungspersonen überhaupt rechtmachen möchte. Und genau da kam bei uns der Umschwung. Plötzlich, mit 3,5 Jahren reagierte meine Tochter darauf, wenn ich ihr etwas sagte. Es reichte, ihr zu sagen; dass sie auf dem Gehweg bleiben sollte – ich musste nicht mehr ununterbrochen wachsam auf sie schauen, um Schlimmeres zu verhindern.

Ein Punkt, der immer wieder ignoriert wird und von vielen einfach auch abgelehnt wird, ist die Tatsache, dass jede Bindung hierarchisch ist. Übernehmen wir nicht die Verantwortung für die Beziehung, dann wird das unser Kind tun. Beziehung auf Augenhöhe ist schön und gut, aber es ist immer so, dass einer die fürsorgliche Führungsrolle innehat. Daran gibt es nichts zu rütteln. Das kann man bei Wölfen wunderbar beobachten. Die Tiere, die uns am nächsten sind, zeigen das ganz deutlich.

In jeder Beziehung gibt es einen der sucht und einen der findet. Einen der Fürsorge gibt und einen der Fürsorge annimmt. Einen der die Verantwortung trägt und einen der sich tragen lässt.

Leider geschieht es sehr häufig, dass Kinder in diese fürsorgliche Alpha Rolle hineinrutschen.

Das kann ganz viele Ausprägungen haben und zu verschiedenen Problemen führen. Ein Kind das in dieser Rolle ist, kann rein instinktiv nichts annehmen. Die Eltern können ihm nicht sagen was es tun soll, solange es in dieser Verantwortung ist.

Es gibt sehr viele Gründe warum ein Kind in den Alpha-Modus rutscht. Sensible Kinder und begabte Kinder sind dafür zum Beispiel sehr anfällig. Denn für ein sensibles Kind ist es viel zu verletzlich und unsicher, sich fallen zu lassen. Es ist weniger gefährlich, wenn es selbst die Kontrolle hat.

Ein Kind, das in dieser fürsorglichen Alpha-Rolle festhängt, kommt nie so richtig zur Ruhe und somit auch nicht so richtig zu dem Ort, an dem es reifen kann.

Sie scheinen sehr selbstbewusst und willensstark. Sie setzen sich durch und scheinen sehr robust zu sein. Oft ist aber genau das Gegenteil der Fall. Ihr Gehirn schützt es, in dem es verletzliche Dinge ausblendet und das Kind erweckt den Eindruck, selbstbewusst zu sein.

Jedenfalls sehe ich das Thema Autonome Kinder heute mit ganz anderen Augen. Meine Kleine hatte einen schwierigen Start und befand sich deshalb bereits sehr früh in der Alpha Rolle.

Sie ist sehr sensitiv und bekommt wirklich alles mit, was in ihrer Umgebung geschieht. Die Welt schien einfach nicht sicher genug für sie zu sein, um sich fallen zu lassen und die Verantwortung für ihr Wohlergehen abzugeben. Ich war angeschlagen, müde und oft überlastet, sie kam nie zur Ruhe und schien immer ihren eigenen Willen durchsetzen zu müssen. Ein Teufelskreis – je mehr Belastung ich hatte, umso anstrengender wurde es, mit ihr umzugehen.

Es war nicht einfach, diese Bindungs-Dynamik umzudrehen. Es half nur ganz viel Fürsorge, ganz viel Geduld und Verständnis. Ich kann einem Kind in der Alpha Rolle nicht sagen, was zu tun ist. Alle meine verzweifelten Versuche ihr zu sagen, „hey ich bin für dich da und ich kümmere mich um dich“, verliefen im Sand. Ich musste also diesen sicheren Heimathafen in dem mein Kind immer mal wieder loslassen konnte, schaffen.

Auch heute noch, mit all dem Wissen über Bindung, passiert es trotzdem schnell, dass mein Kind in die Alpha-Rolle rutscht. Diese Tage sind sehr anstrengend, wenn es mir nicht gelingt, sie zu entspannen und ihr zu helfen, sich anzulehnen. Wenn ich nicht über  die Problematik Bescheid wüsste, käme es zu einem Machtkampf nach dem anderen. Es reicht, dass ich müde oder überfordert bin und schon übernimmt sie die Verantwortung und bestimmt, was zu tun ist.

Manche Eltern interpretieren das dann als Selbstständigkeit und sind stolz, wenn ihr Kind sich so rührend um sie und um andereekümmert. Aber ein Kind sollte sich nicht um die Eltern kümmern, dazu sind Erwachsenenbeziehungen da. Es sollte auch nicht Entscheidungen treffen müssen, die eigentlich seine liebenden Eltern für es übernehmen sollten.

Jedenfalls hat mir meine Erfahrung gezeigt, dass mein Kind kein autonomes Kind ist, sondern ein Kind, das sehr leicht verletzt wird, dem es schnell zu viel wird und dessen Gehirn es davor schützt. Ein Kind, das eine starke, fürsorgliche Person braucht, um die Sicherheit zu haben, die es braucht.

Was nicht heißen soll, dass es keine autonomen Kinder gibt -ich habe lediglich noch keins getroffen.

Übrigens ist Essen auch ein ganz wichtiges Thema, wenn es um Fürsorge und Bindung geht. Seitdem mein Kind nicht mehr ständig selbst entscheiden muss, was es essen möchte, lässt es sich versorgen und genießt das so richtig. Dazu in Kürze ein weiterer Artikel.

9 Kommentare

  1. Christin sagt

    Hallo,

    vielen Dank für diesen Artikel. Meine Tochter ist inzwischen 4 und ich habe mit der Geburt ihrer Schwester vor einem Jahr erst nach und nach verstanden, dass sie auch sehe sensibel ist und gerade dann die meiste Zuwendung braucht, wenn sie sie vehement ablehnt. Aber mir fehlen da leider noch die Mittel. Was konkret kann ich tun, damit sie bei uns endlich entspannen kann? Sind es auch so alltägliche Sachen, wie eben nicht nach dem Kitatag noch auf einen überfüllten Spielplatz gehen oder nicht so oft woanders übernachten obwohl sie es will, weil sie in meinen Augen mit der Trennung und der Andersartigkeit anderer Leute doch mehr Probleme hat als sie zugeben kann?

    Viele Grüße
    Christin

    • Hallo Christin,

      Danke für deinen Kommentar. Der Alpha-Tanz ist ein ziemlich komplexer, bei dem man auf das eigene Bauchgefühl angewiesen ist. Es kommt nicht so sehr darauf an, was wir tun, sondern wer wir für unsere Kinder sind. Eltern sind die Antwort für ihre Kinder. Das heisst nicht, dass wir immer wissen, was die Antwort ist, wir strahlen aber aus, dass wir alles im Griff haben. Wenn Eltern dem Kind mit der Einstellung begegnen “Ich weiss, was du brauchst, und biete dir reichlich an und unsere Beziehung ist stärker als jedes Problem” dann ändert das schon mal vieles. Wir übernehmen die Verantwortung für die Beziehung und dafür, dass unser Kind klarkommt. Wenn ein Kind spürt, dass seine Gefühle für uns zuviel sind, kann es sich nicht zurücklehnen. Anfangs habe ich meine Tochter viel zu viel gefragt und sie viel zu viel entscheiden lassen. Das tat weder ihr, noch unserer Beziehung gut. Es ist klar, dass ein Kind, das man gerade im Kindergarten abholt vielleicht lieber noch weiterspielen würde. Ich weiss aber, dass sie nun 6 Stunden da war und dass es jetzt Zeit ist, etwas Ruhe zu finden und sie wieder auftanken zu lassen. Alpha drückt sich auch beim Essen aus. Ich versorge mein Kind mit dem was es mag und braucht (stelle ihr ungefragt ein Glas Wasser hin oder einen geschälten Apfel – wenn ich das Gefühl habe, dass sie das jetzt braucht). Toll ist es, wenn Kindern ein Raum zum Ausleben ihres natürlichen Alphas gegeben wird. In euem Fall zum Beispiel gegenüber des kleinen Geschwisterchen. Irgend ein Bereich, in dem sie Verantwortung übernehmen darf, mit deiner Unterstützung. Meine Tochter hat dazu zum Beispiel ein paar Pflanzen gepflanzt. Haustiere und kleinere Kinder wecken natürliche Alphainstinkte. Ich würde solche Übernachtungsfragen selbst entscheiden. Aber nicht, in dem ich ihr sage, dass sie nicht darf, sondern eher in dem ich ihr sage, dass mir unsere gemeinsame Familienzeit so wichtig ist und ich so gerne Zeit mit ihr verbringe. Erst wenn ich spüre, dass sie soweit ist, würde ich sie woanders übernachten lassen. Wenn sie dir aber nach einer solchen Übernachtung freudestrahlend in die Arme läuft und von einer tollen Zeit berichtet, dann fühlt sie sich dabei vielleicht wohl. Das kannst nur du wissen. Du kennst dein Kind am besten. Bei mir gilt die Regel: sobald ich mehr Frustration wahrnehme, Unruhe oder Unzufriedenheit, maximiere ich die Zeit, die ich mit ihr exklusiv verbringe. In Ruhe, im Wald, draußen… es sollte immer mehr Nähe angeboten werden, als das Kind braucht. Es kommt dabei sehr auf den Zeitpunkt an. Fordert ein Kind die Aufmerksamkeit ein und wir geben ihm diese, stillt das die Bedürfnisse nicht. Es geht eher darum, die Bedürfnisse zu lesen und dem Kind zuvorzukommen.

  2. Christin sagt

    Lieben Dank für deine ausführliche Antwort. Ich verstehe sehr gut, was du meinst und habe tatsächlich so langsam auch wieder mehr das Gefühl, die Bedürfnisse meiner Tochter rechtzeitig zu erkennen. Aber es braucht wohl einfach noch mehr Zeit bis sich die Beziehung zwischen uns wieder soweit gefestigt hat, dass sie nicht allzu leicht zu erschüttern ist. Das ging im letzten Jahr seit der Geburt ihrer Schwester leider etwas verloren und meine Unsicherheit wuchs im Umgang mit meiner Großen. Ich weiß auch gar nicht, ob es sich um so einen klassischen “Alpha-Fall” handelt. Sie fordert durchaus auch ein getragen, manchmal gefüttert (!) zu werden usw.
    Die Übernachtungen sind bei uns schon seit etwa einem Jahr “etabliert”. Sie wollte eines Abends gern bei den Großeltern bleiben und war damit immer zufrieden. Seit der Geburt ihrer Schwester allerdings kommt sie zurück und ist mürrisch, obwohl sie das selbst einfordert.. Ebenso, wenn man so wie man Partner im Moment, sehr wenig Zeit mit ihr verbringt. Dann verhält sie sich im ersten Moment ablehnend. Ich hoffe, dass wir die Situation langfristig wieder entspannen können. Ich kann mir momentan gar nicht vorstellen wie es sein wird, wenn die Elternzeit vorbei ist und die Zeit und Ressourcen noch knapper.

    Viele Grüße!

  3. Sarah sagt

    Ich lese dies gerade und sehe meine Tochter (27 Monate) und mich. Seit der Geburt meiner zweiten Tochter (4,5 Monate) hat sich alles extremst zugespitzt!

    Ich bin auch jetzt im Zuge meiner Recherchen (auf Hilflosigkeit gegründete) auch zuerst über die Begriffe Hochsensiblität und Juuls „autonome Kinder“ gefallen. Die Beschreibung eines autonomen Kindes passt schon sehr gut – wäre auch weiterhin für mich vom Handling her ok.

    Was mich hilflos und traurig macht ist die Ablehnung, die sie nunmehr verstärkt (!) zum Ausdruck bringt. Dazu kommt Schlagen gegen mich, das neue Schwesterchen, unsere Tiere…

    Ich bin ein Befürworter von Attachment Parenting und habe immer versucht mein bestes zu geben. Habe viel gelesen über Erziehung und doch das meiste aus dem Bauch und dem verliebten Mutterherz heraus gemacht. Handgreiflichkeiten oder Schimpftiraden gibt es bei mir nicht. Wohl aber eine Führung für sie, bei der ein „Nein“ ein „Nein“ bleibt, vor allem, weil ich dieses Wort gezielt wenig einsetze. Körperliche Nähe in Richtung schmusen war noch nie ihr Fall. Allerdings habe ich sie in ihren ersten Monaten ausschließlich getragen. Ablegen konnte ich sie nicht.

    Habt ihr gute Literatur zu dem Thema, die ihr empfehlen könnt? Ich versuche mich jeden Tag aufs Neue an diesem Drahtseilakt beiden Kindern gerecht zu werden und dabei meiner „wilden Hilde“ nahe zu bleiben. Es wird nur irgendwie alles immer schlimmer zwischen uns beiden. Zwischen den beiden Mädchen „entspannt“ es sich mittlerweile ein klitzekleines bißchen. Zwischenzeitlich der Großen und mir spannen sich allerdings die Drahtseil-Nerven immer mehr…

    Bin über jeden Tipp dankbar!

  4. Julia sagt

    Hallo! Dieser Artikel ist zwar schon einige Zeit her, trifft mich aber ins Mark! Mein Ältester Sohn, bisher bin ich auch immer an diesem Begriff “autonom“ entlang gerutscht, könnte genau darunter fallen.
    Er hat noch 2 jüngere Geschwister, immer im 2-Jahres-Abstand, und zeigt sich im Familienleben extrem dominant und mit Wiederstand gegen alles, das von uns kommt. Das scheint in letzter Zeit stetig zuzunehmen.
    Ich fühle mich sehr hilflos, ihn in ein “normales“ Familienleben zu integrieren, ihn – wie Du schreibst – zu entspannen.
    Wo kann ich Literatur finden oder hast Du eine handvoll konkreter Tipps?
    Viele Grüsse Julia

  5. Krissi sagt

    Oh mein Gott.. ich sehe uns so sehr in diesem Text, dass ich einen Kloß im Hals verspüre. Genau dies scheint unser „Problem“ zu sein, unsere sensible Tochter in der Alpharolle da ich selbst Probleme mit persönlicher Unsicherheit habe und ihr
    nicht die Sicherheit geben kann, die sie braucht.
    Ich danke dir sehr für diesen Beitrag, ein wahrer Augenöffner!

  6. Christiane Koch sagt

    Ich finde Ihre Argumente sehr schlüssig. Mir ist nur nicht klar, was Sie konkret taten, um dem Kind diesen sicheren Hafen zu bieten?
    Waren Sie plötzlich nie mehr müde oder überfordert? Wir alle haben Bedürfnisse und stellen sie als Mutter sehr weit zurück.
    Ich zum Beispiel bin behindert und habe einen ebenfalls behinderten Mann, der mir viel abverlangt. Dazu pflege ich noch seine Mutter. Seit 3 Jahren war ich nicht mehr beim Friseur, hatte nie Zeit für Freundinnen und besuchte keine Veranstaltung mehr. Es geht nur noch um Kind und Familie. Wenn ich eigene Bedürfnisse anmelde, werden die von der Familie abgetan. Also habe ich keine mehr. Nur die Müdigkeit durch die nächtliche Pflege und das nie durchschlafen können, zehrt an mir.
    Jeden Tag spiele ich mit der Kleinen, auf dem Spielplatz, zu Hause, Male mit ihr und tue dies und das mit ihr.

    Sie hört nur auf der Straße auf mich im Verkehr. Das läuft. Ansonsten täglich Wutanfälle wegen nichts, auch aus Ungeduld mit sich selbst.

    Was kann ich noch tun?

    Erschöpfte Grüße von Christiane

    • Liebe Christiane,

      Danke für Ihre Rückmeldung. Das hört sich alles sehr, sehr anstrengend an, was Sie da zu stemmen haben. Sicherlich kommt der Ausnahmezustand durch Corona noch obendrauf.
      Was ich konkret gemacht habe, wollen Eltern oft wissen.
      Es gibt sicher kein Patentrezept, es hilft aber schon mal, sich einzugestehen, dass das ALLES viel zu viel ist!

      Konkret habe ich alles “unnötige” abgeschafft. Keine Termine, keine makellos saubere Wohnung, auch mal Tiefkühlgemüse und Fokus auf die Beziehung und vor allem auf mich. Ich habe mich immer mehr in den Fokus gestellt.

      Auf dem Spielplatz haben wir viele Stunden am Tag verbracht und mit der Zeit habe ich dort meine Ruheoasen gefunden. Als meine Tochter noch klein war, habe ich sehr viel mit ihr im Sand gespielt, weil mich das auch entsapnnt hat. Irgendwann habe ich angefangen, Dehnübungen auf dem Spielplatz zu machen, weil mir das guttat. Wenn ich mit meiner Tochter gespielt habe, kamen immer ganz schnell andere Kinder dazu, so dass ich mich zurückziehen und Kraft tanken konnte.
      Ich hab versucht, mir das Leben so einfach wie möglich zu machen und auch mal Hilfe einzufordern.
      Unnötige Zeitkiller (Handy, TV, nörgelnde Mitmenschen u.ä.) habe ich aus meinem Alltag verbannt. Versuchen Sie mal genau auf sich zu schauen: was tut Ihnen gut und was tut Ihnenh überhaupt nicht gut? Wo könnten Sie Ihren Alltag vereinfachen? Wo könnten Sie Hilfe bekommen? Mit wem können Sie sich über Ihre Gefühle austauschen?
      Wir waren sehr viel im Wald unterwegs, was mir guttat. Es hilft natürlich auch, sich in der Nachbarschaft ein gutes Netzwerk aufzubauen, so dass die Kinder irgendwann ganz unkompliziert miteinander spielen und auch weitere erwachsene Bezugspersonen haben. Je älter die Kinder werden, desto einfacher wird es. Sobald Kinder spüren, Mama und/oder Papa geht es gut, sie kümmert sich um sich selbst und kann somit auch für mich sorgen, erledigen sich viele Themen.
      Je nachdme wie alt Ihr Kind ist, ist es auch noch völlig im Rahmen, dass es nicht hört. Das hat sich bei uns mit 3,5 geändert. Es gibt dazu auch einen Artikel.
      Wichtig ist erstmal, dass sie ich um sich kümmern. Denn nur wenn es Ihnen gut geht, kann sich Ihr Kind entspannen.
      Ganz wichtig: der Schlaf. Lange Jahre bin ich mit meinem Kind eingeschlafen. Wenn Sie nachts Ihren Mann pflegen, dann kommt der Schlaf natürlich zu kurz. Vielleicht wäre ein erster Schritt, sich klarzumachen, dass kein Mensch das alles stemmen kann, was Sie stemmen, ohne dabei selbst auf der Strecke zu bleiben. Wer kümmert sich um alles, wenn Sie krank werden?
      Ihre Frage: Was kann ich noch tun? würde ich umformulieren: Was kann ich abgeben und loslassen? Sie tun genug!

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