Alleinerziehend, Beziehung und Bindung, mehr Gelassenheit
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Vater will Wechselmodell, Mutter nicht

Vater will Wechselmodell, Mutter nicht

Grundsätzlich ist es schwierig, ein Wechselmodell gut umzusetzen, wenn ein Elternteil sich das Wechselmodell wünscht, der andere aber nicht so angetan davon ist. Und dennoch kann es passieren, dass ein Gericht der Familie das Wechselmodell auferlegt, auch wenn nur der Vater dieses Modell will, die Mutter aber nicht.

Deswegen sollten Eltern alles daran setzen, sich bei der Entscheidung und Einigung Unterstützung zu holen und es nicht darauf anzulegen, die Entscheidung von einem Gericht treffen zu lassen.

Gerade bei kleinen Kindern (Klein-, Vorschul- und Grundschulkindern) macht es meist Sinn, die Betreuungssituation vor der Trennung zu berücksichtigen.

Welche Gründe sprechen für die Mutter gegen ein Wechselmodell und weshalb möchte der Vater unbedingt das Wechselmodell? Kommt vielleicht auch erstmal ein asymmetrisches Wechselmodell in Frage, bis das Kind sich in der neuen Situation zurechtgefunden hat?

Asymmetrisches Wechselmodell

bedeutet in dem Zusammenhang, dass das Kind die Zeit nicht zu gleichen Teilen bei den beiden Elternteilen verbringt, sondern eben 30:70 oder so ähnlich.

„Wer entscheidet das Wechselmodell?“ werde ich öfters gefragt. Grundsätzlich entscheiden die Eltern, welches Betreuungsmodell sie umsetzen möchten. Kommen jedoch beide Elternteile nicht zu einer Einigung, wird ein Gericht entscheiden müssen.

Gründe, die gegen ein Wechselmodell sprechen gibt es sicher viele. Genauso viele, wie es in bestimmten Situationen Gründe dafür gibt.

Streit um Wechselmodell

Deswegen muss jede Situation ganz individuell betrachtet werden.

Wenn ein Kind in den ersten Jahren in etwa in gleichen Teilen von Mutter und Vater versorgt wurde und zu beiden eine tiefe, verlässliche Bindung aufgebaut hat, kann ein Wechselmodell auch in jungen Jahren gelingen. Der Wechselrhythmus sollte auf das Kind abgestimmt werden.

Wurde das Kind jedoch hauptsächlich von einem Elternteil versorgt, und hat den anderen nur am Abend oder noch seltener gesehen, macht es Sinn, den Transfer in die neue Familienkonstellation langsam anzugehen.

Dem Kind also so viel Kontinuität zu erhalten wie möglich.

Für kleine Kinder (Kinder unter 5/6/7) sind längere Trennungen von der Hauptbindung mit Übernachtungen oft noch schwer umzusetzen.

Eine Beratung kann hier die Elterneile eventuell in der Kommunikation unterstützen.

Bei der Entscheidung für ein Wechselmodell sollte also unbedingt berücksichtigt werden, wer sich bisher um die Bedürfnisse des Kindes gekümmert hat. Gerade kleine Kinder brauchen hier Kontinuität und sollten nur langsam an neue Lebenssituationen herangeführt werden.

Ein Grund, der sicher gegen ein Wechselmodell spricht sind die Wohnorte.

Schon kleinere Entfernungen können ein Wechselmodell erschweren. Spätestens im Kindergartenalter spielen Kinder nachmittags auch mal mit ihren Freunden, gehen Vereinsaktivitäten nach oder haben andere Routinen.

Erlauben die Wohnorte beider Elternteile, dass das Kind seinen gewohnten Tätigkeiten nachgeht? Unterschiedliche Wohnorte beim Wechselmodell können große Schwierigkeiten bereiten.

Wenn die Kommunikation zwischen den Eltern schwierig ist und Kooperation kaum möglich, ist ein Wechselmodell selten im Sinne des Kindes.

Dieses Modell benötigt eine gute Absprache zwischen den Eltern und einen respektvollen Umgang zwischen den Elternteilen.

Und dennoch kenne ich Familien, in denen gegen den Willen eines Elternteils das Wechselmodell angeordnet wurde und das Wohl des Kindes offensichtlich aus dem Fokus gerückt ist.

Wenn du dich in einer solchen Situation befindest, empfehle ich dir ganz dringend, dir Unterstützung zu holen, damit du dein Kind bestmöglich begleiten kannst.

Um ein Wechselmodell, das vom Gericht angeordnet wurde, zu ändern braucht es unbedingt eine professionelle Herangehensweise. Und auch dann ist der Wechsel auf ein anderes Modell oft nicht möglich – und geht, in manchen Fällen auch nach hinten los.

Eine Mutter, die aus guten Gründen gegen das Wechselmodell ist, der Vater aber auf dieses besteht, sollte sich gut beraten lassen. Es passiert schnell, dass wir emotional werden und das kommt vor Gericht leider überhaupt nicht gut an.

Schnell gilt die Mutter dann als bindungsintolerant und bekommt die Unterstellung, sie würde Umgang verhindern wollen.

Hier ist die Haltung entscheidend.

Werde dir als Mama sehr bewusst darüber, was dem Wohle des Kindes entspricht und vertrete dieses. Lass dich nicht von den Provokationen deines Ex verleiten, in seine Spielchen einzusteigen.

Der finanzielle Aspekt sollte beim Thema Wechselmodell ebenfalls Berücksichtigung finden jedoch natürlich nicht Hauptargument sein.

Weder für den Vater, der so weniger oder gar keinen Unterhalt zahlen muss, noch für die Mutter weil sie befürchtet, aufgrund des Gehaltsunterschiedes und mit wenig Unterhalt nicht über die Runden zu kommen.

Ein Wechselmodell kann funktionieren und im Interesse des Kindes sein. Hier habe ich eine Studie zum Wechselmodell schon mal unter die Lupe genommen:

Wechselmodell für alle Trennungskinder? Was ist das beste Umgangsmodell? – mit-kindern-reifen

Es ist eine sehr schwierige Situation wenn der Vater das Wechselmodell möchte, die Mutter aber nicht. Wenn eine Kommunikation nicht möglich ist und die Entscheidung vor Gericht landet, ist professioneller Beistand unabkömmlich. Und eine gute Vorbereitung.

Diese kostenlose Erstberatung für Alleinerziehende kann eine erste Anlaufstelle sein:

Hotline Familienrecht

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Es hilft dir außerdem, deine Grenzen klarzukriegen und zur Vertreterin deines Kindes zu werden.

Vater will Wechselmodell, Mutter nicht

Diese Punkte werden im Artikel „Das Wechselmodell aus Sicht des Kindes“ als Bedingungen für ein gut funktionierendes Wechselmodell angeführt:

  1.  Die Betreuungsregelungen vor und nach der Trennung sind weitgehend ähnlich (Kontinuitätsprinzip).
  2. Das Kind hat Bindungen an beide und positive Beziehungen zu beiden Elternteilen.
  3. Der (hinterfragte) Wille des Kindes wird altersangemessen berücksichtigt.
  4. Die Wohnorte der Eltern liegen nicht weit voneinander entfernt, so dass Kita bzw. Schule und andere soziale Kontakte beibehalten werden können.
  5. Die Eltern sind bereit und in der Lage, sich auf verändernde Bedürfnisse des Kindes einzustellen.
  6. Zwischen den Eltern besteht ein Mindestmaß an Übereinstimmung, ein niedriges Konfliktpotential und ausreichend Kooperation.

Manche Situationen sind einfacher als andere. Aber, egal, wie eure Situation ausschaut. Für dein Kind kannst du den Unterschied machen. Schau auf der Seite für meinen Video-Kurs vorbei:

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