Der Satz „Ein Kind braucht beide Elternteile“ ist in regelmäßigen Abständen zu hören und jede Alleinerziehende ist ihm mindestens ein Mal begegnet. Wahrscheinlich noch viel öfters, in allen möglichen Formen und Farben.

Er ist uns schon so eingeimpft worden, so dass wir ihn für völlig selbstverständlich halten und oft alles dafür tun, unseren Kindern den Kontakt zu beiden Elternteilen zu ermöglichen.

Doch woher kommt diese Annahme, dass ein Kind beide Elternteile braucht?

Bis in die 90-er hielt man eine stabile Bindungsperson für ausreichend. Seit der Untersuchung von der Soziologin Napp-Peters Anfang der 90-er fing ein Umdenken statt.

„Es gab Anfang der 90er Jahre eine große soziologische Untersuchung dazu von der Hamburger Soziologin Peters,  die festgestellt hat, dass schon nach einem Jahr, spätestens nach anderthalb Jahren nach der Trennung der Kontakt zu den allermeisten Vätern verloren gegangen war. Und ja, das ist natürlich kein wünschenswertes Ergebnis. Und ab diesem Zeitpunkt hat eigentlich ein Umdenken angefangen, auch mit angeschoben durch Selbsthilfeorganisationen der Väter.“ (Quelle)

„…in den vergangenen Jahren viel Lobbyarbeit zu betreiben und diesen Satz in die Gehirne der Familienrichter zu implantieren: „Wenn ein Kind keinen Kontakt zu beiden Elternteilen hat, wird es schweren Schaden nehmen.“ (Claudia Wilcke)
(Link zur Quelle )

Je mehr stabile, verlässliche Bindungen an fürsorgliche erwachsene Personen, desto besser. Diese aber als notwendig, für ein gesundes Aufwachsen hinzustellen, hat auch zur Folge, dass gewalttätige Elternteile weiterhin Gewalt anwenden können.

Die Natur hat nichts eingerichtet, was nicht sinnvoll ist. Was wäre der Sinn dahinter, Kinder nur ein gelungenes Leben zu ermöglichen, wenn beide Elternteile zur Verfügung ständen? Erleichtert die Sache bestimmt, aber eben nicht immer möglich.

Der Text ist mir einfach wichtig, um einmal zu verdeutlichen, dass es sich lohnt, Aussagen, die wir für selbstverständlich halten, zu hinterfragen. Wir nehmen so vieles einfach an und hin, ohne darüber nachzudenken.

Es gibt so viele Gründe, weswegen nicht beide Elternteile für das Kind da sein können.

Der Satz „Ein Kind braucht beide Elternteile“ erhöht den Druck auf alleinerziehende Mütter unnötigerweise, schlechtes Gewissen inklusive. Wenn du wissen möchtest, was Kinder wirklich brauchen, wenn Eltern sich trennen, empfehle ich dir dieses Video.

Wenn deine Kinder unter 7 Jahre sind, dann solltest du unbedingt dieses Video anschauen.

In dem Video erfährst du 3 wichtige Dinge:

  • Weshalb die 3 gängigen Umgangsmodelle Residenzmodell, Wechselmodell und Nestmodell nur als grobe Richtschnur dienen können.
  • Weshalb Kleinkinder und Vorschulkinder bei der Trennung der Eltern besondere Begleitung brauchen.
  • Weshalb der Satz „Die Kinder leiden am meisten“, unreflektierter Bull*it ist.

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