Alleinerziehend, Beziehung und Bindung
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Wechselmodell verhindern bei kleinen Kindern?

Eine Geschichte ohne Happy End! Aber mit einem Lichtschimmer, vielleicht.

Wenn du genau hinschaust.

Gerade bei kleinen Kindern kämpfen Hauptbindungspersonen oft darum, das Wechselmodell zu verhindern.

Wechselmodell verhindern

Auch diese Studie zu Betreuungsmodellen kann erst ab einem Altern von 7 Jahren feststellen, dass Kinder von einem Wechselmodell profitieren können.

In meinem E-Book „Trennung mit Kindern unter 7“ zeige ich auf, wie die Entfaltung von Bindung geschieht. Daraus können Eltern selbst ableiten, für welches Betreuungsmodell sie sich entscheiden.

Das Wechselmodell zu verhindern, ist nicht immer möglich. Manchmal geht es nach hinten los, wenn Mütter sich dagegen wehren. Das macht zurecht Angst.

Was, wenn du dich in einer solchen Situation wiederfindest?

Puh, alle Bemühungen scheitern. All deine Kämpfe gegen das offensichtlich nicht funktionierende Modell sind vergeblich. Ständig findest du dich vor Gericht wieder. Wegen jedem Sch…wird verhandelt. Der komplette Unterhalt plus noch einiges darüber hinaus, gehen auf die Verhandlungskosten drauf.

Seit Jahren begleite ich eine Mama auf diesem Weg. Die Sorgen und das Gewicht auf ihren Schultern ist nicht zu fassen.

Die Zwillinge leben seit ihrem 20. Monat in einem Wechselmodell mit sehr vielen Wechseln und ohne jegliche Kommunikation zwischen den Eltern. Alle Versuche der Mutter wurden abgeschmettert, nicht mal eine psychologische Begleitung der Kinder wurde genehmigt. Kurz nach der Festlegung des Betreuungsmodells habe ich die kleine Familie kennengelernt.

Das Wechselmodell wurde nicht angeordnet, die Eltern haben sich darauf „geeinigt“. Die Mutter befand sich in einem Ausnahmezustand nach der Trennung. Der Begriff „emotionaler Missbrauch“ kam ihr noch nie unter die Augen oder in den Sinn. Es dauerte tatsächlich mindestens ein halbes Jahr, bis sie realisierte, welchen Dynamiken sie da aus dieser Beziehung entflohen ist.

Hätte sie die Situation rechtzeitig erfasst, hätte sie sicher versucht, das Wechselmodell zu verhindern.

Unter Druck, völlig neben sich stehend und anwaltlich schlecht beraten, stimmte sie den vielen Wechseln zu. Zu dem Zeitpunkt war ihr auch nicht bewusst, dass an diesem Modell so schnell nichts zu rütteln sein wird. Sonst hätte sie sich vielleicht mehr Zeit zum Besinnen ausgehandelt. Anwälte sind eben auch keine Experten für die kindliche Entwicklung.

Die Mutter wäre in dem Moment aber wahrscheinlich auch gar nicht in der Lage gewesen, anderen Rat aufzunehmen. Zu sehr quälte sie die Angst, alles alleine machen zu müssen oder die Kinder ganz zu verlieren, wenn sie sich gegen das Wechselmodell wehrt. Die vereinbarte Lösung hielt sie für das kleinere Übel.

Was diese Entscheidung letztendlich für alle Beteiligten bedeutete, das dämmerte ihr erst, als es dann zur Umsetzung kam. Wechsel, gegen die sich die Kinder schreiend und tretend wehrten. Anschuldigungen, Manipulationen, die immer weitergingen. Die Liste ist lang.

Überall fielen die Kinder durch ihr Verhalten auf, die Schuld hatte natürlich immer die Mutter, an allem.

An dieser Situation nicht zu zerbrechen grenzt schier an ein Wunder.

Mein E-Books „Trennung mit Kindern unter 7“ gibt Einblicke in die kindliche Entwicklung und zeigt auf, mit was die Kinder aufgrund ihrer Entwicklung klarkommen können und mit was nicht.

Wenigen Kindern unter 5 würde ein ständiger Wechsel guttun. Wenn die Eltern sich nicht wohlgesinnt sind, schon mal gar nicht. In dem Alter gibt es meist klar eine Hauptbindung. Eine Trennung von dieser bedeutet Stress und ist der Entwicklung meist nicht förderlich.

Die Eltern merken meist schnell, wer die Hauptbindung ist. Wer hat seit der Geburt die Bedürfnisse des Kindes verlässlich gestillt? Das Fatale ist, dass die Kinder sich bei zu viel Trennung nicht selten gegen genau diese Bindung wehren, um sich instinktiv vor noch mehr Verletzungen zu schützen.

Zurück zu der Mama mit den Zwillingen.

Der einzige Weg raus für diese Mama war es, loszulassen.

Wechselmodell verhindern

Die Zeit mit den Kindern so zu gestalten, wie es für die Töchter und die Mama gut ist und die Zeit, auf die sie keinen Einfluss hat, loszulassen. Sie schützt sich selbst und somit ihre Kinder. Denn was wäre die Alternative? Zerbrechen?

Vor ein paar Wochen habe ich Kinder und Mama noch mal seit langem persönlich gesehen und war erleichtert. Sie hat Wege gefunden, mit der Situation klarzukommen. Was für ein krasser Prozess und welche Kraftanstrengungen nötig waren, durfte ich in den letzten fast 7 Jahren erleben. Sie hat ein liebevolles Bindungsdorf versammelt und den Mädchen zusätzliche, fürsorgliche Menschen zur Seite gestellt. Ein liebevolles zu Hause, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen.

Die Mama kann sich mittlerweile gut abgrenzen, gegen Vorwürfe des anderen Elternteils. Gegen Verwehrung von Urlauben und all den Nettigkeiten, die es sonst so gibt. Die Manipulationen hat sie akzeptiert und weiß, dass sie nur ihr eigenes Verhalten ändern kann.

Die Mädchen haben sich nach wirklich großen Schwierigkeiten in den letzten Jahren, gut entwickelt. Klar, sind da tiefe Verletzungen, Spuren, die wahrscheinlich nie verschwinden werden. Diese jahrelangen Konflikte. Was diese Erfahrung langfristig mit der Bindungsfähigkeit macht, das wird wohl erst in Zukunft sichtbar werden.

Aber was hätte die Mama noch machen können? Es wurde wirklich jede Möglichkeit ausgeschöpft. Lange Zeit hat sie sich geärgert, dass sie nicht in der Lage war, das frühe Wechselmodell zu verhindern.

Heute macht diese Mama den entscheidenden Unterschied für diese Kinder und irgendwie haben sich alle Seiten in den letzten Jahren etwas beruhigt. Sie hilft den Kindern dabei, zu vertrauen und tiefe Bindungen zu fürsorglichen Erwachsenen zuzulassen. Was für ein Geschenk!

Klar, hätten sich die Kinder in idealen Begebenheiten anders entwickelt. Natürlich ist es nicht akzeptabel, dass das Kindeswohl manchmal so wenig berücksichtig wird. Sollte nicht jedes Modell hinterfragt werden dürfen, wenn sich für alle sichtbare Verhaltensauffälligkeiten entwickeln?

Und trotzdem hat mich diese Mama gelehrt:

Manchmal kannst du nur loslassen. Kämpfen macht das Ganze oft noch schlimmer. Oft genug gehen solche Kämpfe nach hinten los.

Inseln der Ruhe, der Annahme, der Sicherheit und Geborgenheit, dürfen die Kinder zumindest bei ihr erleben. Was an den Tagen los ist, wenn die Kinder nicht bei ihr sind, weiß sie nicht und das ist mittlerweile ok.

Solche Situationen machen so hilflos und Menschen, die sie nicht erleben, glauben nie, was unser Rechtssystem so alles anrichtet. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, den Frau oft einfach nur verlieren kann. Diese Mama hat irgendwann erkannt, dass sie auf das fokussieren muss, was sie in Händen hat. Mit viel Unterstützung.

Sie lebt in einem Modell, dass keinem der Beteiligten gerecht wird, jegliche Abänderung wurde ausgeschlagen. Und dabei ging es gar nicht mal um die Neuaufteilung der Zeit. Viel mehr ging es darum, weniger Wechsel, mehr Regelmäßigkeit einzuführen, für die Kinder.

Manchmal ist Annehmen die bestmögliche Möglichkeit für die Kinder, so weh das tut und so wenig ich dazu in der Lage wäre, wenn ich mich in einer solchen Situation wiederfinden würde.

Sorry, kein Happy End, denn das gibt es in vielen Fällen nicht. Aber vielleicht ein klein bisschen Hoffnung, dass manchmal die „bestmögliche“ Regelung für diesen Moment dem Kind genügend Raum zur Entwicklung einräumt. Ein Happy End wäre mir auch lieber.

PS: Ja, ich weiß, dass es auch umgekehrte Fälle geben kann. Mein Profil unterstützt alleinerziehende Mamas, weswegen ihr hier nur diese Perspektive finden werdet.

 

 

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