Alleinerziehend, Beziehung und Bindung, mehr Gelassenheit
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Scheidung mit Baby

Scheidung mit BabyEine Scheidung mit Baby, dieser Gedanke kommt nicht grundlos zu dir als Mutter.

Wahrscheinlich ist vor der Geburt schon vieles vorgefallen und die Geburt eures Kindes hat die Situation noch mal verschärft.

Natürlich ist das erste Jahr mit Baby sowieso oft ein ganz besonders herausforderndes, was vieles noch aussichtloser erscheinen lassen kann, als es ohnehin schon war.

Da sind die schlaflosen Nächte, vielleicht die fehlende Unterstützung durch den Vater oder das Umfeld. Wenn dann noch Diskussionen über alles, was du tust, dazukommen, bist du wahrscheinlich mit deinen Kräften am Ende.

Gleich zu Beginn möchte ich dir mitgeben:

Eine Scheidung mit Baby ist nichts, was du nicht schaffen könntest.

Hilfe holen ist unbedingt ratsam. Erstmal Hilfe, um deine Entscheidung mit einer außenstehenden Person durchzusprechen. Hier empfehle ich sehr gerne die Caritas, die Diakonie und ähnliche, kostenlose Angebote.

Lass dir Zeit damit. Ausnahme wie immer: Wenn Gewalt im Spiel ist, hol dir ebenfalls Hilfe und plane den Ausstieg.

Da du wahrscheinlich hier gelandet bist, in dem du nach dem Begriff „Scheidung mit Baby“ gesucht hast, kann ich mir annähernd vorstellen, wie du dich fühlst.

In einer solchen Situation schwirren so viele Fragen umher. Wo sollen wir wohnen? Wer zieht aus? Wie schaffe ich das alleine mit Baby? In wieweit wird der Ex-Partner oder die Ex-Partnerin Verantwortung für das Baby übernehmen? Ist dies überhaupt sinnvoll? Wie sind wir nur hier gelandet? Was macht die Trennung mit unserem Baby?

Eine Trennung mit Baby bringt mit sich, dass das Kind sich später nicht daran erinnern wird, dass seine Eltern irgendwann mal zusammengelebt haben. Es wird also „normal“ für es sein, in der Familienkonstellation aufzuwachsen, die ihr für es entscheidet.

Es ist immer schwierig, hier Ratschläge zu geben, denn jede Situation ist anders. Wenn keine Gewalt im Spiel ist und beide Verantwortung übernehmen können, ist es ratsam, nachdem alle Formalitäten geklärt sind, dass das Baby erst mal bei der Hauptbindung lebt und den anderen Elternteil häufig, in kurzen Abständen, aber eben auch nicht zu lang, sieht.

Weil eine Trennung mit sehr kleinem Kind bringt mit sich, dass die Bindungen sich noch nicht entwickelt haben und noch Zeit benötigen. Das Baby sollte also mit den Erwachsenen Zeit verbringen können, die in seinem Leben eine Rolle spielen werden.

Die Trennung von der Hauptbindung sollte hier kurz gehalten werden. Je älter das Kind nach der Trennung wird, desto länger könnt ihr die Umgänge ausweiten.

Da du nach Scheidung mit Baby gesucht hast, seid ihr wahrscheinlich verheiratet und habt somit gemeinsames Sorgerecht. Wenn ihr nicht verheiratet seid, und du dem geteilten Sorgerecht nicht zugestimmt hast, liegt dieses bei dir. Der Vater kann dieses allerdings relativ unkompliziert beantragen und bekommt es in den meisten Fällen auch, wenn keine berechtigte Sorge um das Kindeswohl vorliegt.

Hat der Vater die Vaterschaft bereits anerkannt? (falls ihr nicht verheiratet seid, ist dies notwendig). Falls nicht, könnt ihr dies beim Jugendamt oder auch beim Standesamt nachholen. Die Vaterschaftsanerkennung ist wichtig, damit der Vater zum rechtlichen Vater wird, mit all seinen Pflichten und Rechten.

Ein Schritt nach dem anderen. Lass dich nicht von allem gleichzeitig überwältigen.

Dein Baby braucht fürsorgliche Erwachsene um es herum. Wenn du die Person warst, die in den Wochen nach seiner Geburt seine Bedürfnisse erfüllt hast, dann braucht es jetzt dich. Und du könntest ein Netz von Unterstützern gebrauchen.

Wie du dein Kind unter 7 Jahren gut durch die Trennung begleiten kannst, darum geht es in meinem E-Book.

Trennung mit Kind ja oder nein

Wer unterstützt dich und steht auf deiner Seite? Könntest du mit eurem Baby irgendwo kurzfristig für eine Zeitlang wohnen? Kennst du die Unterstützungsangebote bei euch vor Ort?

Bei einer Trennung mit Baby haben wir mit sehr vielen verschiedenen Emotionen zu tun. Als Mama bist du ohnehin schon im Ausnahmezustand. Kommt dann noch die belastende Situation der Trennung hinzu, kann sich der ganze Stress schnell auf euer Baby übertragen und es wird noch schwieriger, es zu begleiten.

Es ist nicht ungewöhnlich, wenn Babys in dieser Zeit wieder schlechter schlafen, anhänglicher werden, viel weinen. Sie sind einfach sehr empfänglich für alle Reize um sie herum und spüren die Unruhe und den Alarm in den Menschen, die ihnen nahe sind.

Deswegen darfst du in dieser schweren Zeit, dich und das Baby an erste Stelle setzen und ganz klare Prioritäten setzen.

Wie kannst du gewährleisten, dass du und das Baby das Nötigste habt, um versorgt zu sein und so gut es geht zur Ruhe zu kommen? Nimm einen Schritt nach dem anderen und mache ganz klare Abstriche.

In der Situation wird nicht alles möglich sein. Im Fokus sollte dein Wohlergehen und das des Babys stehen. Alles andere kommt danach.

Für diese schwere Zeit wünsche ich dir Unterstützung und Hilfe, so dass sich die Situation beruhigt und ihr nach und nach, Regelungen findet, die es dem Baby ermöglichen, in einer liebevollen Umgebung aufzuwachsen.

Wie diese Umgebung am Ende aussieht, ist erstmals zweitrangig. Es sind die Beziehungen, um das Kind herum, die ausschlaggebend sind.

Sorge für dich. Nimm Hilfe an, fordere sie ein. Schau genau hin, was braucht ihr?

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