Beziehung und Bindung
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Kindergeburtstage…Stress oder Spaß? Eltern haben es in der Hand.

Kennst du das auch? In manchen Monaten häufen sich die Einladungen zu Kindergeburtstagen geradezu. So war es bei uns in den letzten zwei Monaten. Ständig stand ein Kindergeburtstag an. Alle schienen sich übertreffen zu wollen, was Unterhaltung, Motto, Angebot von Süßigkeiten und Geschenken für die Gäste anging.

Meine Kleine hat teilweise mehr nach Hause gebracht als was sie dem Geburtstagskind mitgebracht hatte. Die Hälfte davon wanderte nach kurzer Zeit in den Müll, da Plastikkram aus China nun mal nichts taugt. Die Süßigkeiten, die mich an Karnevalsumzüge erinnerten waren auch wenig beliebt. Aber Hauptsache Masse statt Klasse!

Dieses Gefühl, wenn der Kindergeburtstag näher rückt, das eigene Kind voller Pläne, Ideen und Ansprüchen ist, die es selbst kaum sortieren kann, hat lange Stressreaktionen in mir hervorgebracht.

Erst schaute ich mit wenig Vorfreude und zugegebenerweise etwas nervös dem Kindergeburtstag meiner Tochter entgegen. Es fällt so schwer, sich von der Masse abzuheben und den eigenen Weg zu gehen. Mit meinem Kind zu besprechen, dass ich ihren Geburtstag gern etwas anders gestalten möchte, lief besser als erwartet. Dass es doch toll wäre, wenn die Kinder einen schönen Tag bei uns verbringen und das Beste daran nicht Zucker bis zum Umfallen sein soll. Erst als ich für mich entschieden hatte, dass ich diesen ganzen Mist nicht mitmache, der mir Bauchschmerzen bereitet, konnte ich mich auf die Feier freuen. Die Gästeanzahl blieb sehr überschaubar und die Kinder dem Alter nach auch so, dass wir einen entspannten Tag verbringen konnten.

Meine Kleine entwickelte selbst ganz viele tolle Ideen für Spiele und für den Inhalt der Schatzkiste, so dass auch sie völlig damit einverstanden war, dass es nicht all das geben wird, was es bei anderen Geburtstagen bis zum Abwinken gab.

Oft, wenn ich meine Tochter am Abend nach einem Kindergeburtstag fragte, was sie denn am besten fand war ihre Antwort meist „Die vielen Süßigkeiten!“. Das macht mich einfach nur fassungslos.

Ok, dann machen wir es doch einfach so. Wir laden deine Freunde ein, setzen sie mit einer Riesentüte Süßigkeiten auf die Couch und feiern Geburtstag! Echt jetzt, ich übertreibe nicht. Wieso in aller Welt bedeutet Kindergeburtstag heutzutage Zucker im Überfluss? Es gibt gute Süßigkeiten, welche die besonders sind, die es vielleicht nicht jeden Tag gibt. Süßigkeiten sind aber doch kein Ersatz für echtes Essen. Sie sind als Dessert gedacht. Alles hat seine Zeit.

Wieso muss es nach wie vor Capri Sonne (ist mir eh ein Rätsel, wie dieses Getränk so viele Jahrzehnte überleben konnte), Haribo bis zum Abwinken und ekelhaft neonfarbiges Wassereis geben? Ich verstehe es nicht. Mein Kind zumindest isst genauso gerne ein selbst zubereitetes Wassereis anstelle eines mit fragwürdigen Inhaltsstoffen gekauftes Wassereis.

Nochmal zu dem Getränk in der schicken Verpackung. Ich wollte tatsächlich etwas Anderes als Wasser kaufen und stand lange beim Saftregal und habe mir die verschiedenen Packungen angeschaut. Alleine schon die Verpackung des von Kindern so heiß geliebten Getränks verursacht bei mir ein so großes schlechtes Gewissen, dass ich es einfach nicht kaufen konnte. Da half auch der Voucher für 20% Ermäßigung im LegoLand nicht, mich zu überzeugen. Was signalisiere ich meinen Kindern, wenn ich unbedacht ein solch ungesundes Getränk in einer so unmöglichen Verpackung kaufe? (ja, ja ich weiss, angeblich ist die Ökobilanz besser als bei Plastikflaschen) Es gab also Wasser und alle waren zufrieden. Interessant fand ich noch, dass auf der Version nur mit Fruchtsaft und Wasser groß stand: „ohne Zucker“ und auf der traditionellen Version (mit viel Zucker drin): „ohne Süßstoffe“. Ha, ha, gelogen ist es nicht, aber irreführend. huch- ich schweife ab – aber es macht mich einfach so sauer zu sehen, was unseren Kindern verkauft wird.

Mein Kind darf bei anderen trinken und essen was es möchte, aber zu Hause gibt es einfach bestimmte Produkte nicht. Ich kann doch meinem Kind nichts geben, was ich selbst, nach lesen der Inhaltsstoffe, niemals herunterkriegen würde. Noch weniger würde ich fremde Kinder damit abfüllen wollen.

Ich wollte es also anders machen. Mit meiner Tochter habe ich das zuvor besprochen und es war für sie in Ordnung. Und was soll ich sagen, wir hatten einen tollen Tag mit so gut wie keinen Süßigkeiten.

Stress habe ich mir auch keinen gemacht. Spontan wurde eine kleine Schatzsuche organisiert, so, dass wir 2 Stunden im Wald verbracht haben. Als der Schatz keine Süßigkeiten enthielt waren die Kinder erstmal skeptisch. Umso mehr freuten sie sich über das Jojo und die Seifenblasen. Es ist also möglich, wieso machen es nur so wenige in meinem Bekanntenkreis?

Mir will es nicht in den Kopf gehen. Wieso müssen Kinder mit Süßigkeiten vollgestopft werden bis sie nicht mehr ruhig sitzen können? Es ist so unnötig.

Bei uns gab es natürlich auch Muffins, Eis und sogar Kakao und für den Durst Wasser. Alle waren zufrieden, kein einziges Kind hat sich beschwert. Beim Topfschlagen herrschte zuerst doch eher Verunsicherung als unter dem Topf lediglich Hinweise auf den im Wald versteckten Schatz steckten.

Aber trotzdem hatten alle einen riesengroßen Spaß. Die Kleinen waren begeistert.

Das selbe mit den Geschenken. Oft sagen Eltern ja, dass die Geschenke bitte klein gehalten werden sollen. Ich ebenso. Meist sende ich auf Anfrage Links zu Artikeln, die maximal 5 Euro kosten. Keines der Kinder kommt dann wirklich nur mit einem Geschenk an. Alle hatten 2 bis 3 Päckchen dabei.

Was ich eigentlich mit dem Artikel sagen möchte. In meinen Augen sollten bei Kindergeburtstagen Spannung, Spiel und Spaß im Mittelpunkt stehen, und natürlich das Geburtstagskind. Auch für die Eltern muss es nicht unbedingt Stress und viel Arbeit bedeuten.

Kinder brauchen ziemlich wenig für einen gelungenen Tag und je einfacher man es gestaltet umso mehr Zeit bleibt für gemeinsame Aktivitäten. Ich muss dazu sagen, dass wir erst den 5. Geburtstag gefeiert haben. Es kann also gut sein, dass sich die Ansprüche noch verändern. Wobei ich auch schon von älteren Kindern gehört habe, dass eine einfache Schatzsuche und Schnitzeljagd immer noch total angesagt sind.

Ich frage mich immer, wie Kinder noch begeistert werden können, wenn sie bereits bei ihrem 5. Geburtstag mit Pool, Hüpfburg, Ausflug in einen Freizeitpark o.ä. bespaßt werden. Wo bleibt der Raum für echtes Spiel?

Mache doch auch den nächsten Kindergeburtstag zu einem entspannten Tag voller Spaß und Spiel. Es ist gar nicht so schwierig und meist hilft dabei:

WENIGER ist MEHR!

 

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