Monate: November 2018

Wenn die anstrengenden Tage kein Ende nehmen…hochsensibel, gefühlsstark oder was auch immer!

Oft bin ich abends zu fertig um noch etwas anderes zu machen, als mich von irgendetwas Sinnlosem berieseln zu lassen. Alle guten Vorsätze, die Vorfreude auf meine ein, zwei Stunden für mich am Abend sind plötzlich wie weggeblasen. Eltern gefühlsstarker Kinder kennen diesen Zustand bestimmt. Ich mag sie nicht, diese kurzen, kalten, dunklen Tage. All diese tollen Ideen zu den Dingen, die man im Winter mit Kindern drinnen machen kann. Ja, das mag mit manchen Kindern gehen, es gibt aber eben Kinder, die viel Freilauf benötigen um überhaupt mal zur Ruhe kommen zu können. Und so hangele ich mich von Tag zu Tag, zerbreche mir den Kopf darüber, wie ich den Tag entspannt gestalten kann und warte darauf, dass die Abende wieder länger hell bleiben.

Dein Kind wird ein Tyrann! Was ist denn überhaupt ein Tyrann und was macht Kinder zu Tyrannen?

Bei jeder Diskussion zu Erziehungsfragen kommt früher oder später das Tyrannenargument. Sei nicht zu weich, sonst turnt dir dein Kind auf der Nase herum. Dein Kind tyrannisiert dich! Dein Kind ist der Boss! Das darfst du dir nicht gefallen lassen! Du musst härter durchgreifen! Was, nachdem es sich so verhalten hat, nimmst du es noch in den Arm? Dein Kind braucht Grenzen! Der Schrei nach Grenzen! Ständig ist irgendwo zu lesen, dass es so viele Kinder gibt, die sich angeblich wie Tyrannen aufführten. Erklärungen dazu, wie tyrannisches Verhalten tatsächlich entsteht, findet man selten. Es gibt Mutmaßungen und angeblich feststehende Tatsachen, was diese Verhaltensformen bei Kindern hervorruft. Ich muss zugeben, dass ich mich auch nicht weiter dazu belesen habe, da es bei mir eine riesige Wut hervorruft, wenn ich lesen muss, dass Eltern härter sein müssen und sich mehr durchsetzen müssen, wenn sie nicht wollen, dass ihre Kinder zu Tyrannen werden.

An die müde Mama mit dem herausfordernden Kleinkind

An die müde Mama mit dem herausfordernden Kleinkind. Wir haben die ersten Jahre fast täglich auf dem Spielplatz bei uns um die Ecke verbracht. Schnell kannte ich jede Mama da und auch jedes Kind. Man kommt ins Gespräch, bzw. ins Spiel, wenn man tagein tagaus am selben Ort ist. Es hat sich eine Gemeinschaft gebildet, in die auch größere Kinder integriert sind. Vor ein paar Tagen fiel es mir zum ersten Mal auf. Das Bild auf dem Spielplatz hat sich komplett gewandelt. Plötzlich ist meine Tochter nicht mehr die Kleine, nein sie ist die Große! Und die Schulkinder, die letztes Jahr noch liebend gern mit uns gespielt haben kommen nur noch selten. Ich bin nicht mehr die Mama mit den dicken Augenringen, den zerzausten Haaren und den Zahnpasta Flecken auf dem T-Shirt, die wie im Halbschlaf ihrem Kleinkind auf die Rutsche hinterherkrabbelt. Nein, ich bin die Mama, die sich entspannt zurücklehnt, ihr großes Mädchen betrachtet, mit den anderen Mamas fröhlich plaudert und fast sowas wie ausgeschlafen ist.