Alleinerziehend, Beziehung und Bindung, mehr Gelassenheit
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Leben als alleinerziehende Mama : Erinnerung an einen stressigen Alltag

Im Leben als alleinerziehende Mama gibt es viele stressige Tage, heute habe ich an einen ganz bestimmten Tag zurückgedacht, der so sicher nicht nochmal passieren würde.

Leider habe ich sehr wenig Erinnerungen an die Zeit kurz nach der Trennung. Wahrscheinlich war ich ziemlich am rotieren und damit beschäftigt uns in unserem Alltag zurechtzufinden.

Meine Tochter war gerade zwei geworden, der Papa nach viel Heck Meck und einer sehr schweren Zeit ausgezogen und das Wort Umgangsvereinbarung hatte ich bis zu dem Tag noch kaum gehört.

Schlichtweg hab ich mich mit den Themen, die eine Trennung mit Kindern so mit sich bringt, überhaupt nicht beschäftigt. Das Überleben und Neusortieren war erstmal tagesfüllend.

Vielleicht habe ich einfach funktioniert und kann mich deswegen gar nicht so konkret an die Zeit erinnern. Ganz viel reagiert, wenig agiert. Zum Glück ist das heute anders, sechs Jahre nach der Trennung kann ich über die Erinnerung, über die ich gleich schreibe, schmunzeln. Aber damals war ich verzweifelt, in Flip Flops, mitten im Winter auf dem Weg zum Kindergarten.

Ich erinnere mich noch genau, wie kalt es damals war und weiß auch noch, dass ein Kleinlaster, bepackt mit ein paar Männern und einem Berg voller alter Weihnachtsbäume meinen Weg gekreuzt hat.

Aber alles der Reihe nach. Mein Leben als alleinerziehende Mama kurz nach der Trennung gestaltete sich sehr stressig, wenig strukturiert und ziemlich chaotisch. An besagtem Tag war ich im Home Office, hab nebenher das Mittagessen vorgekocht und mir die Wäsche im Keller immer mal wieder ins Gedächtnis gerufen.

Ich war also so gar nicht bei der Sache, als ich Hals über Kopf zur Waschmaschine gerannt bin, die ich noch schnell vorm nächsten Termin hochholen wollte. Meine Tochter war kein Kleinkind, mit dem man mal kurz nebenher etwas erledigen konnte. Also habe ich oft versucht, vieles in den Vormittag zu stopfen, das da eigentlich keinen Raum hatte.

Das Essen auf dem Herd konnte fröhlich vor sich hin köcheln, während ich die Wäsche rausholte. Also zwei Minuten später, mit der Wäsche bepackt, wieder an der Wohnungstür, um festzustellen, dass mein Schlüssel die Tür nicht öffnet, weil innen der zweite Schlüssel steckte.

Tja, und da war der Termin dann auch schon egal. Mein Nachbar hat die Stromversorgung im Keller ausgeschaltet, so dass zumindest das Essen auf dem Herd nicht zum Problem werden würde, hat den Schlüsseldienst gerufen, der mir leider erstmal auch nicht helfen konnte – weil Schloss aussägen keine Option war.

Die Zeit schritt voran, mein Blick immer auf der Uhr, wahrscheinlich, wie immer tausend Dinge im Kopf.

Ok, meine Tochter würde dann heute also in Hausschuhen und kurzen Hosen abgeholt werden müssen, bei fast Minusgraden. Boah, dieser Tag ist mir tatsächlich in Erinnerung geblieben. Sicher ein Extrembeispiel, von dem es zum Glück nicht ganz so viele gab. Aber das Leben als alleinerziehende Mama in den ersten Monaten nach der Trennung war kopflos. Ja, kopflos, ist das Wort, das mir einfällt. Ich hab einfach funktioniert, Prioritäten komplett falsch gesetzt (oder eher gar nicht) und dadurch Stress verursacht, der nicht nötig gewesen wäre.

Heute mache ich nicht mehr viele Sachen zur gleichen Zeit und wenn, dann bedacht und strukturiert. Ich schau gefühlte 98 Mal, ob auch ja kein Schlüssel von innen steckt. Dabei hätte ich das nicht vergessen dürfen, damals. Meine Tochter hat mich mal auf dem Balkon ausgesperrt, als sie anderthalb Jahre alt war. Sie hat dann die Balkontür nicht mehr aufbekommen und der Schüssel steckte immer von innen, weil sie sonst ständig verschwunden gewesen wäre. Damals musste ich schon bitter erfahren, dass ein von innen steckender Schlüssel ein echtes Problem ist.

Was hat mir geholfen, nach der Erfahrung, weniger kopflos zu funktionieren?

Die Sache mit den Prioritäten ganz bestimmt.

Muss ich denn tatsächlich kochen während ich arbeite und die Wäsche versorge? Und kann die Wäsche nicht meistens auch noch ein wenig warten? Ist irgendjemandem geholfen, wenn ich gehetzt und gestresst durch den Tag fliege oder darf ich vielleicht alles auf ein Minimum herunterschrauben? Bis wieder etwas mehr geht?

Alles, außer der Beziehung zwischen meinem Kind und den fürsorglichen Erwachsenen in seinem Leben, versteht sich.

Das anzunehmen und den Alltag danach auszurichten, hat mir im Leben als alleinerziehende Mama geholfen.

Und die Tatsache, dass ich mich intensiv mit der kindlichen Entwicklung auseinandergesetzt habe. Dadurch durfte ich erfahren, was wir brauchen und was nicht. Dass eben nicht alles perfekt sein muss. Dass es ganz wenig ist, was eine Kindheit zu einer entwicklungsfördernden macht.

Eine Kindheit, in der Geborgenheit und Verbundenheit Raum hat. Viel mehr war es erstmal nicht, was mein Kind so kurz nach der Trennung brauchte.

Je mehr ich losgelassen habe von meinen Ansprüchen, desto mehr hat sich unser Alltag entspannt. Natürlich hilft es auch, wenn Kinder älter werden und sich für die Erwachsenen in Einelternfamilien neue Freiräume ergeben.

Im PDF „Bringe deine Kinder trotz Trennung auf einen guten Weg“ bekommst du Impulse für die Zeit nach der Trennung mit Kindern. Mein E-Book „Trennung mit Kindern unter 7 – Finde das beste Umgangsmodell für euer Kind” unterstützt dich dabei, gute Lösungen für euer Kind zu finden.

Wie habt ihr die Zeit nach der Trennung erlebt? Fallen euch Stressmomente ein? Was hätte euch geholfen? Was hättet ihr gerne vorher gewusst? Lass mir einen Kommentar da, wenn du magst.

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