Alle Artikel mit dem Schlagwort: Alltagsthemen aus entwicklungspsychologischer Sicht

Teil II – Fühlt sich dein Kind wohl im Kindergarten? Worauf achten im Alltag und was steckt vielleicht dahinter, wenn mein Kind im Kindergarten nicht isst?

Eltern sind häufig ratlos im Bezug auf das Verhalten ihrer Kinder im Kindergarten. Auf welche Aspekte können sie achten, um sich die Frage zu beantworten, ob sich ihr Kind im Kindergarten wohlfühlt? Oft können Kinder nicht klar sagen, was los ist und wie es ihnen geht. Da hilft es, sich bestimmte Dinge anzuschauen.

„Sobald Sie weg sind, hört Ihr Kind auf zu weinen,“ und weitere Missverständnisse rund um das Verhalten von Kindern – Kindergarten Teil I – Die Bringsituation

Viel Unsicherheit besteht bei Eltern rund um das Thema Kindergarten und KiTa, also rund um das Thema: Betreuung außerhalb der Familie. Leider ist es nicht immer leicht, festzustellen, ob das Kind sich in der Einrichtung wohl fühlt oder nicht. Es gibt viele Missverständnisse rund um das Verhalten von Kindern während der Bringsituation, so dass Eltern nicht selten verunsichert werden.

Keine Angst vor Tränen

Es gibt weniges, was so schwer auszuhalten ist wie die Tränen der eigenen Kinder. Schließlich wollen wir sie glücklich sehen. Es soll ihnen gutgehen, sie sollen Spaß haben und gesund sein. Unsere Kinder zufrieden, fröhlich und ausgelassen zu sehen lässt unser Herz überlaufen vor Glück. Aber was, wenn unser Kind unzufrieden ist? Was macht das mit Eltern?

Ist mein Kind schulreif? Ja, nein, vielleicht?

Kaum hat das neue Jahr begonnen warten auch schon wieder wichtige Entscheidungen um die Ecke. Für viele Eltern deren Kinder 2019 schulpflichtig werden steht die Frage im Raum: „Ist mein Kind schulreif?“ Bei uns muss die Entscheidung bis März getroffen worden sein. Wenn Eltern nicht möchten, dass ihr Kind automatisch in das Vorschulprogramm des Kindergaren rutscht und von den „Mittleren“ zu den „Großen“ „befördert wird, sollten sie bereits vorher Stellung beziehen. Oft haben die beteiligten Personen ganz unterschiedliche Meinungen dazu. Nicht selten sehen die Erzieher das Kind mit ganz anderen Augen als die Eltern oder der Kinderarzt.

Dein Kind hängt an deinem Rockzipfel und weicht nicht mehr von deiner Seite?

Hilfe- mein Kind ist so anhänglich, höre ich gerade von Eltern mit Kleinkindern immer wieder. Kinder, die den Eltern nicht eine Sekunde von der Seite weichen und sie ununterbrochen fordern und beanspruchen, können die Geduld ganz schön herausfordern. Es ist sehr anstrengend, den Bindungshunger eines Kindes zu stillen, das anscheinend nie genug zu bekommen scheint. Aber was steckt dahinter? Wieso sind manche Phasen so anspruchsvoll und andere wieder weniger? Wieso scheinen manche Kinder ohne Probleme in die Welt zu ziehen und andere verstecken sich mit 6 Jahren noch hinter Mama.

Mein Kind hat Angst vorm Zahnarzt und was bei uns Wunder bewirkte

Geht dein Kind genauso gerne zum Zahnarzt wie meins? Mein Kind hat Angst vorm Zahnarzt. Meine Tochter hat einfach mal zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr den Mund ganz fest verschlossen gehalten. Es war nichts zu machen. Der Zahnarzt konnte nicht mal einen kurzen Blick erhaschen. Es half weder ein lustiges Handpuppenspiel noch die versprochene Belohnung danach.

Wieso es keine willensstarken Klein- und Vorschulkinder gibt

Hast du auch so ein willensstarkes Kind? Hörst du auch oft den Satz: „Er weiß schon genau, was er will!“ Mein Kind ist so stur – höre ich immer wieder. Auf die Gefahr hin, dass Menschen mit sogenannten willensstarken Kindern sich nun auf die Füße getreten fühlen: für mich gibt es keine willensstarken Klein- und Vorschulkinder. Kann es gar nicht geben.

Dein Kind wird niemals selbstständig, wenn du nicht…bist du auch so eine Glucke?

Selbstständigkeit wird in unserer Gesellschaft großgeschrieben. “Mein Kind ist unselbstständig”, eine große Angst vieler Eltern. Von Kindern wird immer früher erwartet, dass sie vieles alleine können. Was musste ich mir dazu schon für Sprüche anhören. Der Höhepunkt aller Bemerkungen war wohl, als mir gesagt wurde, ich solle meine Erziehung überdenken, weil meine Tochter nicht immer ohne weiteres ohne mich alleine irgendwo bleiben will. Große Sorge hätte ich, wenn as Gegenteil der Fall wäre – wenn sie stets, ohne Wenn und Aber ohne mich bleiben würde.

Dein Kind wird ein Tyrann! Was ist denn überhaupt ein Tyrann und was macht Kinder zu Tyrannen?

Bei jeder Diskussion zu Erziehungsfragen kommt früher oder später das Tyrannenargument. Sei nicht zu weich, sonst turnt dir dein Kind auf der Nase herum. Dein Kind tyrannisiert dich! Dein Kind ist der Boss! Das darfst du dir nicht gefallen lassen! Du musst härter durchgreifen! Was, nachdem es sich so verhalten hat, nimmst du es noch in den Arm? Dein Kind braucht Grenzen! Der Schrei nach Grenzen! Ständig ist irgendwo zu lesen, dass es so viele Kinder gibt, die sich angeblich wie Tyrannen aufführten. Erklärungen dazu, wie tyrannisches Verhalten tatsächlich entsteht, findet man selten. Es gibt Mutmaßungen und angeblich feststehende Tatsachen, was diese Verhaltensformen bei Kindern hervorruft. Ich muss zugeben, dass ich mich auch nicht weiter dazu belesen habe, da es bei mir eine riesige Wut hervorruft, wenn ich lesen muss, dass Eltern härter sein müssen und sich mehr durchsetzen müssen, wenn sie nicht wollen, dass ihre Kinder zu Tyrannen werden.

An die müde Mama mit dem herausfordernden Kleinkind

An die müde Mama mit dem herausfordernden Kleinkind. Wir haben die ersten Jahre fast täglich auf dem Spielplatz bei uns um die Ecke verbracht. Schnell kannte ich jede Mama da und auch jedes Kind. Man kommt ins Gespräch, bzw. ins Spiel, wenn man tagein tagaus am selben Ort ist. Es hat sich eine Gemeinschaft gebildet, in die auch größere Kinder integriert sind. Vor ein paar Tagen fiel es mir zum ersten Mal auf. Das Bild auf dem Spielplatz hat sich komplett gewandelt. Plötzlich ist meine Tochter nicht mehr die Kleine, nein sie ist die Große! Und die Schulkinder, die letztes Jahr noch liebend gern mit uns gespielt haben kommen nur noch selten. Ich bin nicht mehr die Mama mit den dicken Augenringen, den zerzausten Haaren und den Zahnpasta Flecken auf dem T-Shirt, die wie im Halbschlaf ihrem Kleinkind auf die Rutsche hinterherkrabbelt. Nein, ich bin die Mama, die sich entspannt zurücklehnt, ihr großes Mädchen betrachtet, mit den anderen Mamas fröhlich plaudert und fast sowas wie ausgeschlafen ist.