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Mein Kind weint jeden Morgen bei der Übergabe in der KiTa – Was Eltern tun können und wer braucht denn nun die KiTa, die Kinder oder die Eltern?

Immer wieder schreiben verzweifelte Eltern, meist Mütter, weil sie das Weinen ihrer Kinder morgens beim Abgeben in der KiTa nicht ertragen.

Auch ich kenne dieses Gefühl. Es ist schrecklich. Meine Intuition zeigte mir ganz deutlich, dass meine Kleine bei mir sein sollte und nicht in dieser Einrichtung. Dass es eben für uns zu diesem Zeitpunkt nicht passte.

Es gibt natürlich auch Kinder, die beim Abgeben weinen und sich vielleicht dennoch gut aufgehoben und sicher fühlen. Hier muss man wirklich sehr differenziert hinschauen.

Es eigentlich besser zu wissen, es aber trotzdem tun zu müssen. Schlimm, ich fühle mit jedem weinenden Mutterherz mit. Und mit den Kindern natürlich, denn für diese ist es sicher nicht leichter. Weiterlesen

Mein Kind will nicht mehr in den Kindergarten, sekundäre Trennung und wie Eltern damit umgehen können

Probleme im Kindergarten gibt es viele. Es gibt immer mal wieder Phasen, in denen es dem Kind schwerfällt, sich zu trennen oder in denen es überhaupt nicht dortbleiben möchte.

Phasen, in denen es scheinbar nicht mit nach Hause möchte, in denen es wegrennt, wenn es abgeholt wird. Defensive Bindungsabwehr habe ich hier schon mal thematisiert.

Oft kommen verzweifelte Eltern auf mich zu und wissen nicht, wie sie mit dem Verhalten umgehen sollen. Weiterlesen

Ein Meilenstein in der Entwicklung – die ersten gemischten Gefühle und die Geburt des eigenen Willens

Schon in meinem Artikel zum Thema Frustrationstoleranz bin ich auf die Problematik rund um das Mischen von Gefühlen eingegangen. Vorschulkinder sind selten vor 5-7 Jahren in der Lage, Gefühle zu mischen.

Bei intensiv fühlenden Kindern kann dies oft wesentlich länger dauern. So war ich sehr gespannt, wann sich das erste Mal bei meiner Tochter ankündigen würde, dass sie mehr als eine Perspektive gleichzeitig einnehmen kann.

Desto überraschter war ich als sie neulich, völlig nebenbei beim Autofahren zu mir sagte: „Mama, eigentlich will ich nicht alleine auf den Geburtstag, ich gehe aber trotzdem, weil ich Geburtstage liebe!“

Bum! Da waren sie, die ersten gemischten Gefühle!

„Du hast also ein bisschen Angst, alleine dahinzugehen, willst es aber trotzdem tun, weil du Geburtstage so gernhast!“

„Ja, genau Mama!“

Erst ab dem Zeitpunkt kann überhaupt erst von Mut gesprochen werden. Denn zuvor sind Kinder einfach einer Emotion ausgeliefert. Entweder voller Tatendrang oder eben voller Angst. Sie können die Angst und das trotzdem Tun wollen nicht gleichzeitig spüren. Sehnsucht und Vorsicht. Es ist immer ein „entweder“- „oder“. Niemals ein „einerseits“- „andererseits“.

Wunsch und Alarm, viele Kinder können nicht beides gleichzeitig sehen. Aber genau das ist die Antwort der Natur auf impulsives Verhalten – ab da fängt Reflektieren an.

Auch erst ab da kann man von einem Willen sprechen. Zuvor sind Kinder durch ihre Emotionen bewegt. Sie entscheiden nicht bewusst, sie wägen nicht ab.

Die Behauptung, ein 2-jähriges Kind habe einen außergewöhnlich starken Willen, ist unter dem Gesichtspunkt eigentlich unsinnig.

„Das Kind wird so stark von seinen Emotionen bewegt, dass es keine anderen Gesichtspunkte unter Betracht ziehen kann“ – würde es besser treffen. Bei einem Kleinkind von einem Willen zu sprechen ignoriert, dass es zum großen Teil von Emotionen bewegt wird und niemals bewusst entscheidet.

Das war wirklich ein AHA- Moment während dem vor kurzem besuchten Seminar „Die Wissenschaft der Emotionen“ am Neufeldinstitut.

Erst mit der Geburt von gemischten Gefühlen sind Menschen überhaupt erst in der Lage, einen Willen zu entwickeln. Davor sind wir sehr stark durch unsere Emotionen bewegt und handeln unüberlegt. Kleinkinder reflektieren ja nicht, was sie nun tun und was nicht. Die Handlungen kommen einfach aus ihnen heraus, so scheint es auf jeden Fall.

Ich habe mich riesig darüber gefreut, die frühen Anzeichen für das Mischen von Gefühlen bei meiner Tochter beobachten zu können und habe abends direkt darauf angestoßen. Es ist ein echter Meilenstein.

Die Frucht eines Entwicklungsprozesses, nichts etwas man einem Kind beibringen kann.

„Die Fähigkeit zur Reflexion ist mehr das Ergebnis von gemischten Gefühlen als die Ursache dafür! Konzentrieren wir uns auf die Wurzeln oder auf die Früchte? Wir sollten wie Hebammen den Prozess unterstützen bis hin zur Geburt von gemischten Gefühlen.“ (-Gordon Neufeld)

Die meisten Ansätze legen den Fokus auf die Frucht. Nämlich darauf, Kindern beizubringen, ihre Gefühle zu kontrollieren. Damit stören wir den natürlichen Prozess. Denn unsere Kinder brauchen all ihre Gefühle, um Raum für die Entwicklung von gemischten Gefühlen zu haben.

Diese Entwicklung hat ganz viele Veränderungen im Verhalten meiner Tochter mit sich gebracht und aktuell fordern mich viele davon so richtig heraus. Auch ich muss mich nun erstmal daran gewöhnen, dass aus meinem kleinen Mädchen langsam ein großes Mädchen wird, dessen Bedürfnisse sich mit jeder Entwicklung verändern und an die es sich anzupassen gilt. Natürlich wird es noch lange dauern, bis sie Gefühle verlässlich mischen kann. Es bereitet mir große Freude, sie von Anfang an dabei zu begleiten.

 

Vom Mut, gegen die Herde zu entscheiden- Frühförderung für uns – nein Danke!

Hier hatte ich vor einer Weile mal darüber berichtet, dass ich das Frühförderprogramm im Kindergarten für meine Tochter abgelehnt hatte. Erst spät wurde mir bewusst, dass sie das einzige Kind ihrer Altersgruppe sein wird, das nicht daran teilnehmen wird.

Da kamen Zweifel auf, ob die Entscheidung die richtige gewesen ist. Schließlich wollte ich mein Kind nicht ausschließen oder irgendwie zu einem „Außenseiter“ abstempeln. Weiterlesen

Impulskontrolle – gelernt, beigebracht, geübt oder einfach eine Frage der Reife?

Die Zeit, in der ein Kind noch nicht über eine gewisse Impulskontrolle verfügt, kann Eltern schon mal den letzten Nerv rauben. Wutausbrüche können ungeahnte Kräfte entfalten und haben mich in ihrer Intensität schon des Öfteren überfordert.

Es gibt unzählige Ratschläge, Strategien mit dem Kind zu entwickeln, wie es besser mit seiner Wut umgehen kann. Für mich haben diese ganzen Ansätze, die auf das Verhalten abzielen noch nie irgendeinen Sinn gemacht. Weiterlesen

Mein Kind klammert und weicht nicht von meiner Seite – wieso das so ist und was die Antwort der Natur dazu ist

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Immer wieder kontaktieren mich Eltern, die sich sorgen, weil ihr Kind zu sehr klammert. Da schwebt immer diese Angst mit, das Kind würde nie selbstständig werden.

Was, wenn mein Kind viel zu lange an mir klammern wird? Was wenn es niemals selbstständig in die Welt hinausgeht?

Leider wurde unser Verhältnis zum Thema Selbstständigkeit von Kindern durch die aktuell vorherrschende verhaltensorientierten Ansätze sehr geprägt.

Ich wünsche mir, das wir endlich wieder auf die Natur vertrauen und völlig normale und gesunde Verhaltensweisen als natürlich hinnehmen. Weiterlesen

„Nein ich will nicht!“ Trotzphase, Autonomiephase – was steckt dahinter? Gegenwillen ist nicht immer Streben nach Autonomie

Trotz ist nicht gleich Trotz. Und nicht jeder emotionale Ausbruch ist Streben nach Autonomie. Das ist es, was mir in den letzten 4 Wochen klarwurde.

Da ich immer wieder von Eltern lese, die ständig ein „Nein“ von ihren Kindern hören und dies ganz selbstverständlich der Autonomiephase zuschreiben, habe ich mich entschieden, diesen Artikel zu veröffentlichen. Denn reagieren Kinder mit Gegenwillen, kann das verschiedene Gründe haben. Weiterlesen

Yes – Ein Grund zum Feiern! die fünfte Bindungsstufe – emotionale Bindung

Gordon Neufeld hat die Entwicklung der Kind-Eltern-Bindung leicht verständlich in sechs verschiedene Bindungstiefen herausgearbeitet. Die Grundlage seiner Arbeit bildete die Bindungstheorie mit den verschiedenen Bindungsqualitäten/Bindungsmuster von John Bowlby und Mary Ainstworth. Ergänzend zu Bowlby und Ainstworth hat Neufeld festgestellt, dass die Vertiefung der Bindung schrittweise in sechs aufeinanderfolgenden Stufen erfolgt. Jede neue Art der Bindung fügt weitere Fähigkeiten hinzu, um Nähe aufzubauen und zu bewahren. Weiterlesen

Mein Kind ist so schüchtern – was steckt dahinter und wieso ist das gut so?

Ich lese immer wieder Artikel darüber, wie Eltern mit der Schüchternheit ihrer Kinder umgehen. Es gibt dann unzählige Ratschläge und Beispiele dazu, wie man sich in bestimmten Situationen verhalten soll. Alle 3 Tage kommt so eine Frage in einer der Facebook-Gruppen auf. Wer hat Zeit, sich 150 Kommentare durchzulesen? Wäre es nicht viel einfacher, zu verstehen, was hinter dem Verhalten der lieben Kleinen steckt und die Antworten selbst zu finden? Weiterlesen

Der passende Kindergarten für mein Kind – auf was du wirklich schauen solltest

Bei der Kindergartenwahl ging es mir vor allem darum, dass mein Kind so viel rausgehen kann wie es möchte. Denn meine Tochter ist ein absolutes Draußenkind. Die ersten 3 Lebensjahre haben wir größtenteils im Freien verbracht. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie es ihr in einer geschlossenen Gruppe gehen würde. Sollte sie etwa den halben Tag basteln müssen? Das war keine Option.

Schon bei der Wahl der KiTa habe ich mich im Nachhinein betrachtet, vertan. Zu naiv war ich damals und konnte die Konsequenzen nicht absehen. Weiterlesen