mehr Gelassenheit
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Kind und Karriere, das bedeutet es für mich als Mutter wirklich!

Kind und Karriere sind für mich zwei nicht zu vereinbarende Begriffe. Immer wenn ich an die beiden Begriffe denke, denke ich in „entweder“- „oder“- Mustern.

Ich kenne keine einzige Mutter, die beides unter einen Hut bringt. Es gibt Mütter in meinem Bekanntenkreis, die Karriere machen. Die Kinder bleiben allerdings auf der Strecke. Das sind dann die Kinder, die immer als letztes von einer schwer schnaufenden Mutter abgeholt werden. Und es gibt Mütter, die viel Zeit mit ihren Kindern verbringen und komplett auf Karriere verzichten. Ich erinnere mich gut an den Tag, an dem die Teilzeitlüge mich eingeholt hatte. Ich musste genau dieselben Ergebnisse liefern, wie zuvor in Vollzeit.

Irgendwann war es nicht mehr gerne gesehen (meine eigene übetriebene Interpretation), dass ich einen Job, offensichtlich erfolgreich in Teilzeit erledige, für den andere Vollzeit arbeiteten und man hat mich netterweise in die Mamiecke „verfrachtet“. Und dort verstaube ich nun.

Ich übertreibe hier etwas. Mit meinem Job habe ich Riesenglück. Immerhin erlaubt er mir, mit nun 60% Arbeitszeit meine Tochter und mich durchzubringen und trotzdem noch genug Zeit zu haben, um mich um meine Kleine zu kümmern. Dafür habe ich unsere materiellen Ansprüche radikal reduziert und meine eigenen Bedürfnisse etwas zurückgestellt.

Klar, ich könnte mich dazu entscheiden, Vollzeit zu arbeiten, meine Tochter ganztags in den Kindergarten zu tun und es anderen überlassen, ihr Werte zu vermitteln. Dann würden mir in meinem Unternehmen alle Türen offenstehen und es gäbe sicher Karrieremöglichkeiten, auch für mich, als Frau Ende 30. Aber will ich das?

Diese Frage kann ich mit einem klaren Nein beantworten. Ich bin froh darüber, wie es jetzt ist. Ich kann mich in meinem Job einbringen und mich ausgiebig um meine Kleine kümmern. Wenn die Bürotür hinter mir ins Schloss fällt, bin ich frei für meine Tochter. Wenn ich drei Wochen Urlaub habe, dann habe ich wirklich frei. Und wenn ich danach zurückkomme, werde ich freundlich empfangen und meine Mailbox ist nicht am Überquellen.

Karriere ist etwas Anderes, aber das muss man wollen. Vielleicht später einmal.

Jetzt bin ich erstmal für meine Tochter da und bin froh darüber, dass ich meinen Job und mein Mutterdasein so gut vereinbaren kann. Ich habe einen sehr familienfreundlichen Arbeitgeber, der wirklich tolle Arbeitszeitmodelle anbietet. Auch Väter nehmen bei uns Elternzeit, manche sogar ein Jahr, oder arbeiten in Teilzeit.

Insofern würde ich nicht von Kind und Karriere sprechen, sondern von Kind und Arbeit.

Denn das geht, wenn es auch sehr anstrengend ist. Entweder bin ich mit meiner Tochter zusammen, oder bei der Arbeit. Wirklich freie Zeit habe ich so gut wie nie.

Mir ist es sehr wichtig, dass meine Kleine mit ihren vier Jahren nicht länger im Kindergarten ist als unbedingt nötig und dass sie Zeit mit erwachsenen Bezugspersonen verbringt. Denn nach allem, was wir über Bindung und frühkindliche Entwicklung heute wissen sollte uns doch langsam bewusst werden, dass es nicht der richtige Weg ist, Kleinkinder von morgens bis abends mit Gleichaltrigen sich selbst zu überlassen. (Betreuungsschlüssel sei Dank)

Meine Kraft ziehe ich aus der Zeit mit meiner Tochter, indem ich viel Gelassenheit in unseren Alltag bringe und ihre Entwicklung versuche, so gut es geht zu genießen. Entspannen tue ich auf dem Spielplatz oder in den vielen anderen kurzen Momenten, in denen meine Kleine im Spiel vertieft ist.

Kurz ein Gedanke zum Thema Frauenquote. Diese wird bei meinem Arbeitgeber großgeschrieben. Mir ist letztens ironischerweise aufgefallen, dass ALLE Frauen, die ich persönlich kenne und die in Führungspositionen sind, kinderlos und Anfang 40 sind.

Wenn das Sinn und Zweck der Frauenquote ist, nämlich, dass Frauen sich für die Karriere und gegen eine Familie entscheiden, dann möchte ich nicht wissen, wo uns diese irgendwann hinbringt. Ich möchte hier nicht pauschalisieren. Natürlich gibt es auch Frauen, die Karriere und Kindern unter einen Hut bringen. Nur ich kenne eben keine davon.

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