Handynutzung von Kindern
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Eltern und Smartphones – ein Gedanke

Eltern und Smartphones

Heute war der erste Tag, der vermuten lässt, dass der Frühling bald um die Ecke kommt. 16 Grad bei strahlendem Sonnenschein.

Endlich waren meine Tochter und ich nicht mehr die einzigen, die auf den Spielplätzen unterwegs waren.

Mit den Kindern und Eltern kamen auch wieder die Smartphones ans Tageslicht. Auch ich spitze hin und wieder mal gerne darauf. Zugeben muss ich auch, dass ich einen Großteil der Stillzeit mit dem blöden Ding verbracht habe, immer mit einem Schuldgefühl. Gerne würde ich die Zeit nochmal zurückdrehen. Kostbare Momente gingen dadurch verloren.

Seitdem ich bei Gordon Neufeld gelernt habe, dass Trennung das alarmierendste Ereignis für ein Kind ist, kann ich erahnen, wie verängstigt mein Kind sich fühlt, wenn ich auf mein Smartphone starrend, von ihm und seiner Welt abgeschnitten bin.

Seit einem halben Jahr habe ich die Regel eingeführt, das Handy nach der Arbeit zu Hause zu lassen und ich muss sagen, es funktioniert gut. Es ist in gewisser Weise eine Erleichterung und die Verbindung zu meiner Tochter ist viel entspannter.

Seitdem muss sie nicht mehr mit Sand durch die Gegend werfen oder mit anderen Kindern streiten, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie weiß, ich bin da, auch wenn ich viele Meter entfernt sitze. Und seitdem sie das weiss spielt sie viel eher mal ohne mich.

Ja, manchmal ist mir langweilig auf dem Spielplatz, oft spiele ich aber auch mit und seitdem die Sonne scheint, kann ich mich sogar hin und wieder mal nett unterhalten. Oder einfach mal nichts tun…das kommt sowieso viel zu kurz in meinem Leben.

Und mal ehrlich, was gibt es eigentlich so wichtiges auf dem Mobiltelefon, das nicht warten kann?

Für Kinder ist die Trennung von der erwachsenen Bezugsperson ein sehr alarmierendes Erlebnis. Wusstest du, dass dein Kind die Trennung auch spüren kann, obwohl du anwesend bist?

Ich merke, wie die Verbindung zu meinem Kind abbricht, sobald ich nur halbherzig bei der Sache bin. Auch wenn ich müde bin und lustlos. An diesen Tagen will einfach nichts zwischen uns klappen. Wenn ich mir dann aber diesen Satz in den Kopf zurückhole „Bindung/Beziehung zuerst!“ und dafür Sorge, dass die Beziehung aktiviert wird, dann läuft auch der Rest des Tages viel entspannter. Ein Mobiltelefon steht dabei nur im Weg.

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