Beziehung und Bindung
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Die Absurdität vom Wettrüsten und wieso du bestimmte Dinge auf meinem Blog nicht finden wirst

Ich fand es schon immer absurd, mithalten zu wollen. Alle rennen, aber wohin? Die Ausprägungen des Wettrüstens lassen sich auf vielen Schauplätzen beobachten.

Das Beispiel, das ich schon seit langer Zeit als sehr absurd empfinde ist der Konkurrenzkampf, wenn es um die beste Ausbildung geht. Denn wer hat denn noch einen Vorteil, wenn alle Menschen Abitur machen, an den besten Schulen ausgebildet werden und studieren gehen?

Wieso dann nicht lieber gleich etwas machen, was uns erfüllt und Freude macht?

Ich empfinde diesen Wettlauf schon lange als geradezu bescheuert. Ohne groß darüber nachzudenken nahm ich daran eigentlich nie wirklich teil.

Ein weiteres Beispiel, das mich immer wieder den Kopf schütteln lässt ist der Kampf um die „besten Fachkräfte“. Da werden dann junge, meist noch sehr unerfahrene Uniabsolventen, noch bevor sie auf den Arbeitsmarkt kommen, umworben. Nicht selten werden sie unter besseren Bedingungen eingestellt, als die Menschen, die bereits in den Unternehmen arbeiten.

Als Leckerli winken Reisen nach Hawaii für die Besten der Besten, dicke Dienstwägen und überirdische Gehälter. Da nun aber jedes große Unternehmen die scheinbar besten Mitarbeiter möchte, entsteht ein Konkurrenzkampf.

Wohin soll dieser einmal führen? Und welche Werte werden in den zukünftigen Mitarbeitern gefördert?

 

Die Weihnachtsbeleuchtung – auch so ein schönes Beispiel. In unserem Ort gibt es Straßen ohne jegliche Weihnachtslichter und dann gibt es ein paar Straßen, in denen ein Haus schöner leuchtet als das andere. Seltsam – finde ich das.

Aber ich schweife ab.

Was mich eigentlich zu diesem Artikel bewegt hat ist das Wettrüsten in der Online-Welt.

Als ich „mit-kindern-reifen“ startete ging es mir in erster Linie darum, das Gelernte zu verarbeiten und alles, was mir tiefe Einsichten beschert hat mit meinen Lesern zu teilen. Und darum geht es mir auch noch heute.

Mein Blog ist für mich mein emotionaler Spielplatz, an dem ich meine Emotionen ordne, mit neuen Ansichten konfrontiert werde und mit netten Menschen in Kontakt komme.

Die unzähligen Posts vieler Seiten, die offensichtlich nur dazu da sind, Likes, Leser, Reichweite und Kunden zu generieren gehen mir auf die Nerven. Außerdem sind sie sehr zeitintensiv. Zeit, die ich lieber mit meinen Lieben verbringe.

Die Masse der Online-Adventskalender, die mir jeden Tag auf meinem Newsfeed angezeigt werden nehmen mehrere Seiten in Anspruch.

Auch das ist Wettrüsten.

Seite A hat einen tollen Adventskalender, also brauche ich einen noch interessanteren. Wenn du deinen Lesern keinen Adventskalender bietest, dann verlierst du Leser oder bekommst eben nicht die Reichweite, die du gerne hättest.

Und hierbei lehne ich mich entspannt zurück. Ich schreibe nicht, um Reichweite zu generieren.

In erster Linie schreibe ich, um zu teilen. In zweiter Linie um mein Chaos im Gehirn zu ordnen. In dritter Linie, um netten Menschen und neuen Ansichten zu begegnen. Dem allen übergeordnet ist mein großer Antrieb, für die Kinder etwas in die positive Richtung zu verändern.

So einfach ist das für mich.

Deswegen wirst du auf meinem Blog oder meiner Facebook Seite gewisse Dinge niemals finden.

Ich mache nur, was mir Freude bringt. Ich mache nur Dinge, hinter denen ich hundert Prozent stehe und ich mache nichts, nur, weil andere es tun.

(aus dem Grund ist auch schon seit vielen Monaten meine Startseite nicht überarbeitet – ich kann mich einfach nicht überwinden, meine wenige Zeit mit Dingen zu verbringen, die mich frustrieren oder nicht interessieren. Newsleter – ist auch so ein Thema…passt für mich nicht)

Denn das Bloggen nimmt viel Zeit in Anspruch und davon habe ich sehr wenig.

Ich möchte einen Mehrwert liefern und freue mich über jeden Leser, dessen Alltag etwas gelassener durch meine Impulse wurde. Das alles mache ich nicht für Reichweite, Likes, Ansehen oder was auch immer. Und genau deswegen kann ich es mir leisten, an diesem wahnsinnigen Wettrüsten, das in den sozialen Medien vorzufinden ist, nicht teilzunehmen.

Nur weil Seite A 8 Posts pro Tag macht (von denen 7 kopiert sind oder schon 100 Mal da waren) poste ich noch lange nicht täglich. So viele Ideen habe ich gar nicht. So viel Mitteilungen habe ich gar nicht zu machen. Manchmal habe ich tagelang nichts zu sagen und dann bin ich einfach ruhig. Auch auf die Gefahr hin, dass ich vergessen werde. Die, die einen Mehrwert von mit-kindern-reifen sehen, werden bleiben.

„Je größer der Aufwand, den die anderen betreiben, um ihre Facebook-Seite im Schuss zu halten, desto mehr müssen Sie tun, um nicht in der sozialmedialen Irrelevanz zu versinken.“

(Rolf Dobelli in „Die Kunst des guten Lebens)

So, das wollte ich jetzt einfach mal loswerden. Mehr ist nicht immer Mehrwert. Und weniger ist oft mehr. So sehe ich das jedenfalls.

 

 

 

 

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