Monate: Juli 2017

Was sind die Früchte menschlicher Potentialentfaltung? Welche Eigenschaften zeigt ein reifer Mensch?

Im Artikel „Unterschiede zwischen dem Entwicklungsansatz und dem Verhaltensansatz beim Umgang mit Kindern“ habe ich über die Unterschiede zwischen dem Verhaltensansatz und dem Entwicklungsansatz geschrieben. Als Hauptunterschied stellte ich heraus, dass letzterer sich um die Entfaltung des menschlichen Potentials dreht und nicht um individuelles Verhalten. Was sind denn nun die Früchte, die bei einer optimalen Entwicklung im Menschen heranreifen? Nach was sollten wir uns sehnen? Welche Eigenschaften kann ein reifer Mensch entwickeln?

Unterschiede zwischen dem Entwicklungsansatz und dem Verhaltensansatz beim Umgang mit Kindern

Der vorherrschende Verhaltensansatz ist so sehr in unseren Köpfen verankert, dass wir manchmal nur durch ein flaues Gefühl in der Bauchgegend erahnen können, dass irgendetwas nicht stimmig ist. Jedenfalls ging es mir so. Bei all den Dingen, die Eltern so tun, um ihren Nachwuchs zu gewünschtem Verhalten zu bewegen hatte ich ein ungutes Gefühl. Oft fühle ich den Schmerz der Kinder richtig mit. Meine Intuition sagte mir, dass ich etwas anders machen will. Als ich dann bei Gordon Neufeld auf die Unterschiede der beiden Ansätze gestoßen bin hatte ich die theoretische Grundlage für mein Bauchgefühl gefunden. Der Verhaltensansatz gibt klare Handlungsanweisungen. Wenn das Kind A tut, dann reagiere mit B. Und vor allem lasse die Konsequenz immer unmittelbar folgen. Der Entwicklungsansatz würde dies so übersetzen: „Ist dein Kind bereits frustriert und verzweifelt, füge noch mehr Gründe für Frustration und Verzweiflung hinzu!“ Denn das machen wir immer und immer wieder, indem wir den Kindern damit drohen ihnen etwas wegzunehmen, das ihnen wichtig ist. Dass das Quatsch ist und niemals den gewünschten Effekt, nämlich die volle Entfaltung …

Der perfekte Sommer für mein Kind

Fällt es dir auch so schwer bei all den Möglichkeiten zu entscheiden, wie ihr den Sommer verbringen werdet? Wenn ich an Sommer denke, denke ich an Barfußlaufen, an draußen sein bis zur Dunkelheit, an zerzauste Haare und an schwarze Fingernägel. Freiheit, durchatmen, rennen, spielen, Blödsinn machen. An Freunde, an Familie, an Eis und an Wasser. Wie jedes Jahr vor den Ferien habe ich mir auch dieses Jahr wieder Gedanken gemacht. Was braucht mein Kind? Was brauche ich? Was sind echte Ferien für beide von uns und was würde zusätzlichen Stress bedeuten? Die Antwort war schnell gefunden. Wenn überhaupt, dann nur eine kurze Autofahrt, außer ich lege diese auf die Nacht. Aber das würde für mich in Stress ausarten. Also eine kurze Autofahrt. Am Wochenende unbedingt Zeit einplanen, die sie mit ihrem Papa verbringen kann. Also habe ich mich zurückgehalten mit meinen Reiseideen. Denn meine Kleine wird gerade 4, ist ein sehr quirliges Mädchen und alles was sie braucht haben wir in unmittelbarer Nähe. Familie, Freunde, Freiheit, Wald, Wasser, unstrukturierte Tage. Genug Platz für kreative Ideen …

Mein Kind hört nicht auf mich

Immer wieder erzählen mir völlig ratlose Eltern, dass ihre Kinder nicht auf sie hören. Oft fühlen sie sich damit alleine. Dabei geht es vielen Eltern so. Es gibt sie, die Kinder, die von Anfang an auf ihre Eltern hören. Es gibt aber eben Kinder, die dies nicht tun. Auch ich hatte in den ersten 3,5 Lebensjahren das Problem, dass meine Tochter auf ein „nein“ noch nicht mal reagierte. Erst als ich mich mit den verschiedenen Bindungsstufen auseinandergesetzt hatte, konnte ich mich zurücklehnen und die Situation annehmen, wie sie war. Kleinkinder sind noch nicht sehr tief an uns gebunden und sehen nur sich selbst. Sie können sich nicht in andere Personen hineinversetzen. Selbst wenn wir ihnen sagen, dass wir etwas nicht wollen, können sie dies in einem so jungen Alter noch nicht immer umsetzen. Denn sie wollen es ja trotzdem tun. Letztens habe ich meine Kleine gefragt, ob sie denn überhaupt zu ihrer Freundin gehen möchte. Sie konnte die Frage gar nicht beantworten. Immer wieder hat sie mir gesagt: „Mama, Frieda will, das ich heute zu …

Petzen oder nicht?

Dass ich überhaupt so früh mit dem Thema konfrontiert werde finde ich schon absurd. Immer wieder höre ich Mütter und Väter zu ihren 3-6 Jährigen sagen, sie sollen doch nicht immer petzen. Was sollen denn die Kinder sonst machen anstatt sich einem Erwachsenen anzuvertrauen? Natürlich kann meine 4-Jährige noch keine Konflikte lösen oder mit verletzenden Situationen alleine klarkommen. Sie braucht mich doch, um sich auszuweinen, um das Geschehene zu besprechen und um darüber hinwegzukommen. Wollen wir denn wirklich Kinder, die alles in sich hineinfressen und mit sich selbst ausmachen? Kinder, die so verhärten, dass sie mit 6 Jahren bereits Sätze sagen, wie „Ist mir doch egal!“ Nein, ich will ein feinfühliges Kind, das nah an seinen Gefühlen dran ist. Das seine Gefühle spürt und diese dann irgendwann auch benennen kann. Ein Mädchen, das stark ist, wenn es sein muss und das Schwäche zulässt, wenn es kann. Nämlich in seinen zuverlässigen Bindungen. Wo überhaupt, sollen sich die Kleinen fallen lassen, wenn nicht bei ihren Eltern und Erziehern? Deshalb ermutige ich meine Tochter immer und immer wieder, …

Ein entspanntes Leben mit Klein- und Vorschulkindern – Dank des Spielprinzips

Kleinkinder und Vorschulkinder werden so oft falsch verstanden und es tut mir im Herzen weh, das mit anzusehen. Ja ich tue meiner Tochter auch öfters mal Unrecht, weil eben alte Muster mit mir durchgehen. Trotzdem versuche ich, die Situationen zu erfassen und durch ihre Augen zu sehen. Über das Spielprinzip und den Drang der Kleinen zu spielen habe ich ja schon öfters mal geschrieben. Ich bin so begeistert, wie sehr mir das meinen Alltag erleichtert. Zu wissen, dass ich es mir schenken kann, moralische Diskussionen mit ihr zu führen oder an ihren Verstand zu appellieren. Wenn…Dann …- Sätze komplett zu unterlassen und einfach an ihren Spieltrieb zu appellieren. Gestern: Von „Igitt, Mama, Kiwi, wie eklig!“ hin zu: „Geh weg, das ist meine Kiwi, ich esse die ganz alleine!“ mit nur einem Satz von mir. „Gar nicht schlimm, dass du sie nicht magst. Umso besser, dann kämpft die Kiwi eben mit meinen Zahnmonstern und nicht mit deinen.“ Das nach Hause gehen vom See war lange Zeit eher schwierig. Trotzdem habe ich noch nie mit dem beliebten …