Monate: April 2017

Wie ein Lob meiner Tochter erstmal die Freude nahm

Foto: Jeff Kubina/flickr.com Das Loben von Kindern wird heiß diskutiert. Die einen halten es für unbedingt nötig, die anderen sagen, es zerstöre die Freude am Tun. Ein kurzer Erfahrungsbericht dazu. Meine Tochter und ich – wir klettern beide gerne. Sie klettert mit ihren 3,5 Jahren in schwindelerregende Höhen. Sie liebt es einfach. Nun sind wir jeden Nachmittag noch eine Stunde auf dem Spielplatz neben dem Kindergarten, da dieser so schön leer ist und sie sich ganz in Ruhe an dem Klettergerüst austoben kann. Sie hat mittlerweile unzählige Alternativen kreiert, auf dieses Ding zu klettern. Sie hatte sichtlich Freude daran, immer neue Wege, die nicht vorgesehen waren, zu erschließen. Wenn sie sich freut, freue ich mich für sie. Kein Lob, kein Bravo, kein Händeklatschen. Einfach ein „Mensch dass du das jetzt geschafft hast!“ Es ist mir nämlich egal, ob sie nun gut klettern kann oder nicht. Hauptsache, sie hat etwas, an dem sie Freude hat und sich ausprobieren kann. Als eine ihrer Erzieherinnen vorbeilief und zum ersten Mal sah wo meine Kleine hochkletterte blieb sie stehen, rief …

„Diese Kinder können gar nicht spielen…“

  “Diese Kinder können gar nicht spielen…” Dieser Satz fiel vor ein paar Tagen in einer Diskussion mit einer Erzieherin. Diesen Satz alleine könnte ich ja noch mit kleinen Hinzufügungen unterschreiben. Allerdings lautete der ganze Satz „Kinder, die nicht bereits in die Krippe gingen, können überhaupt nicht spielen, wenn sie dann mit 3 in den Kindergarten kommen. Meine Versuche, zu erklären, dass Kinder spielen, wenn sie sich sicher fühlen, stießen auf Granit. Mich machen solche Aussagen immer wieder so fassungslos. Herrscht wirklich die Meinung vor, Kinder müssten lernen, zu spielen? Wie absurd ist das denn? Die meisten Säugetiere spielen von ganz alleine, nur Menschenkinder müssen es lernen? Natürlich nicht. Kinder spielen, wenn die Bedingungen dazu gegeben sind. Diese Bedingungen sind vor allem Ruhe. Ruhe vor Bindungsarbeit. Die Bindungsbedürfnisse müssen gestillt sein und das Kind muss sich sicher fühlen, dann wird manchmal emergente Energie frei und das Kind spielt. Solche Aussagen kann ich mittlerweile ganz gut durch die „Neufeld-Brille“ betrachten und zumindest für mich solche Behauptungen  schlüssig widerlegen. Trotzdem kriecht in mir die Wut hoch, wenn meine Tochter von Erziehern …