Monate: März 2017

Mein Kleinkind verhält sich unsozial

  Erst gestern berichtete mir eine aufgebrachte Mutter, dass ihr gerade 4-Jähriger Sohn einigen Tests unterzogen wurde. Das Ergebnis war, dass seine sozialen Kompetenzen nicht altersgemäß ausgeprägt seien. Ich wiederhole: das Kind ist 4! Ihr wurde vom betreuenden Arzt empfohlen, ihn unbedingt wieder gegen seinen Willen in den Kindergarten einzugewöhnen, um soziale Kompetenzen mit Gleichaltrigen zu üben. (Obwohl seine Mama sowieso zu Hause ist und ihn gerne zu Hause betreuen würde) Wann wurde uns eigentlich eingeredet, dass Kleinkinder sich gegenseitig benötigen, um Rücksicht und andere soziale Verhaltensweisen zu erlernen? Ist dies in Großfamilien gegeben? Oder im Dorfverband? Oder treffen da nicht viel eher Menschen verschiedenen Alters zusammen? Ist ein Ort mit vielen Gleichaltrigen nicht eher ein Ort unglaublicher Frustration und Stress? Wie soll ein 4 Jähriger seine Impulse im Zaum halten wenn er mit lauter Frustrationen konfrontiert wird. Wie sollen Kleinkinder solche Herausforderungen “unter sich regeln”? (wie man so oft zu hören bekommt) Dank Gordon Neufeld weiß ich heute, dass soziale Kompetenzen durch verschiedene Reifungsprozesse hervorgebracht werden, die man nicht beschleunigen kann. Wir können lediglich ungünstige Bedingungen aus dem …

Gut gemeint – Kleinkind mit guter Absicht – Schimpfen unerwünscht

Gut gemeint sieht auf den ersten Blick nicht immer so erfreulich aus, vor allem wenn ein Kleinkind involviert ist. In Situationen, in denen ich am liebsten anfangen würde, zu schimpfen, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht einmal tief einzuatmen und innezuhalten. Dabei spiele ich alle verschiedenen Variationen der Situation in meinem Kopf durch und überlege mir, was nun meine Kleine eigentlich vorhatte? Ich bin immer wieder baff, wie häufig es vorkommt, dass eine wirklich liebe und einfache Absicht hinter dem Malheur steckte. Heute gleich ein paar Situationen…und davon habe ich unzählige jeden Tag. Situation 1: Heute zum Beispiel, hat meine Tochter wie wild im Sand gegraben und dabei den Sand einem Mädchen volle Kanne ins Gesicht geschleudert. Sie hörte gar nicht mehr auf, bis ich sie unterbrechen konnte. Tiiiiiiiief einatmen….überlegen…dann: „Schaaaatz, was hast du denn vor?“ (nachdem ich mich bei dem anderen Mädchen entschuldigt, und den Sand von ihrem Pulli gefegt habe). Meine Kleine schaut mich mit großen Augen an:“Mama, ich suche nassen Sand damit ich dir damit ein Eis machen kann.“ Noch vor …

Morgens schon mit Kleinkind gestresst aus dem Haus? Eine neue Gewohnheit macht den Unterschied!

Es gab hier bereits viele Morgen, in denen meine kleine Tochter schon 5 emotionale Ausbrüche hatte; von vielen auch als Wutanfälle bezeichnet; bevor es überhaupt die Haustür hinausging. Wenn ich an die Zeit zurückdenke, kommt mir das so unwirklich vor. Meine Morgen waren mindestens für ein Jahr so schweißtreibend, dass ich nachdem ich sie im Kindergarten abgegeben hatte, eigentlich schon wieder hätte unter die Dusche können. Von Konzentration bei der Arbeit konnte keine Rede sein. Vielleicht spielte auch die damalige Trennung von ihrem Papa eine Rolle. Aber wenn ich meine Kollegen so abgehetzt ins Büro rennen sehe und ihnen zuhöre, was sie vor der Arbeit schon alles erlebt haben, dann denke ich es liegt nicht an meinem Alleinerziehenden-Dasein. Wie du merkst, rede ich in der Vergangenheit. Denn, obwohl der Wille meiner Kleinen noch stärker geworden ist als er vor einem Jahr war, schaffen wir es fast jeden Tag ohne größere Zwischenfälle. Sogar fast pünktlich…. Ich führe dies auf eine ganz einfache Veränderung zurück. Meine Tochter war schon immer vor mir wach. Schon immer. Ich habe sie …

Tage wie diese….Kleinkind außer Rand und Band

Tage, an denen ich abends hiersitze, als hätte ich den ganzen Tag schwer gearbeitet und mich frage, ob ich wirklich darauf vertrauen kann, dass die Natur ihren Plan hat. Eigentlich nur noch dazu in der Lage mich aufs Sofa zu knallen und mich sinnlos berieseln zu lassen bis ich mich irgendwann ins Bett schleppe. Zwei Tage, an denen ich mein kleines Energiebündel, das gerade 3,5 Jahre ist, vom Kindergarten abgeholt habe und kaum zu ihr durchgedrungen bin. Sie war einfach überreizt, sehr aufgedreht und nicht zu bremsen. Diese Tage sind anstrengend. Nichts scheint zu funktionieren. Am liebsten würde ich mich mit ihr tief in den Wald zurückziehen, wo sie in Ruhe herunterkommen kann. Doch seitdem die Sonne wieder scheint, sind überall Kinder. Kinder, mit denen meine Tochter versucht, zu spielen. Das geht ein paar Minuten gut, bis sie den Impuls, aus dem Nichts einem Kind auf den Kopf zu hauen, nicht unterdrücken kann. Und das ginge dann endlos weiter, wenn ich die Situation nicht ändern würde. Mittlerweile reagiere ich viel gelassener. Ich versuche immer, solchen …

Was brauchen denn Kinder nun eigentlich?

Woran misst man eigentlich den Erfolg eines Lebens? Kann ein Leben überhaupt erfolgreich sein? Oder kann es nicht viel eher gelungen sein? Und was ist gelungen? Mit diesen Fragen eröffnet Gerald Hüther seinen Vortrag „Starke Eltern – Starke Kinder“. Ein interessanter Aspekt ist auch, dass es das Wort „gelingen“ in vielen Sprachen gar nicht gibt. Erfolgreich kann jedoch in die meisten uns bekannten Sprachen übersetzt werden. Aber etwas erfolgreich machen..…ist etwas, das man TUT. Um festzustellen, ob etwas gelungen ist, müssen wir ein Bild davon haben, wie es ausieht, wenn es gelungen ist – eine Orientierung. Gelingen kann man nicht machen. Zum Gelingen kann man nur die Voraussetzungen schaffen, die benötigt werden. Prof. Hüther führt das Beispiel Kuchenbacken an. Alle benötigten Zutaten hinzuzufügen, führt noch lange nicht zu einem gelungenen Kuchen. Ein Kuchen, der mir heute prima gelingt, gelingt mir übermorgen vielleicht gar nicht. Eine Kindheit kann gelingen, ein Leben kann gelingen. Es kann aber nicht dazu gemacht werden. Und genau das ist mein Verständnis von “Erziehung”. Wir können als Gesellschaft nur dazu beitragen, dass die …